Die alte Heimat unvergessen

Kreisverband der Vertriebenen organisiert zentrale Landesfeier

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Renate Merten investiert seit etlichen Jahren viel Herzblut in die Verbandsarbeit. Immer wieder wird die Osterburgerin wie hier Ende 2016 dafür ausgezeichnet.

Stendal – Mag die Zeit vielleicht manchen Gedanken trüben, mag seine Arbeit von einigen auch misstrauisch beobachtet sein, der Bund der Vertriebenen (BdV) scheint in seiner Erinnerung an die verlorene Heimat nimmermüde.

Tangerhütterin Elfriede Spangenberg, die Vorsitzende des Kreisverbandes Stendal, zeichnet ein lebendiges Bild der Vereinsarbeit und verweist auf den Leitspruch des deutschen BdV-Präsidiums für 2019, der da lautet: „Menschenrechte und Verständigung – Frieden in Europa.“

Elfriede Spangenberg, BdV-Kreisvorsitzende.

Der zentrale „Tag der Heimat“ für Sachsen-Anhalt, organisiert vom Kreisverband Stendal, findet am 15. Juni in der Ausflugsgaststätte „Feine Sache“ im westaltmärkischen Jeggeleben statt. Für Spangenberg ist dies einer der Höhepunkte in diesem Jahr. Die Festrede hält CDU-Bundestagsmitglied Eckhard Pols, Leiter der Arbeitsgruppe „Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten im Ausland“. Die Altmark-Sänger aus Stendal geben an diesem Sonnabend den Ton beim gemeinsamen Musizieren der Teilnehmer vor.

Anlässlich des Gedenktages an Flucht und Vertreibung ist für den 31. August eine Veranstaltung des BdV in Berlin geplant. Vertreter der Landsmannschaften aus dem Landkreis Stendal wollen daran teilnehmen. Für die Anreise werde ein Bus eingesetzt, kündigt die Altmärkerin schon einmal an. Die Erinnerung sei dem Verband wichtig, so legten Mitglieder bei Veranstaltungen auch am Volkstrauertag vergangenen Jahres Blumen in Gedenken an Opfer von Flucht und Vertreibung nieder.

Der BdV sei der Dachverband für die Landsmannschaften, im Landkreis Stendal gebe es noch einige davon. Die Gruppen organisierten in den vergangenen Monaten wieder regelmäßig Heimatnachmittage und gemeinsame Fahrten. „Höhepunkte der Landsmannschaften der Ost- und Westpreußen sowie der Pommern waren die Fahrten zu zentralen Treffen auf Bundesebene“, resümiert Spangenberg in einem Schreiben an die AZ. Bei all ihren Aktivitäten müsse die ältere Generation nicht zwangsläufig unter sich bleiben.

Die Landsmannschaft der Pommern aus Osterburg und Umgebung, unter Leitung von Renate Merten, pflege gute Kontakte zur deutschen Minderheit in der alten Heimat. „Gegenseitige Besuche festigen die freundschaftliche Zusammenarbeit“, ist Spangenberg fest überzeugt. Immer wieder stehen bei Heimatnachmittagen in der Biesestadt auch Vorträge auf dem Programm. Für Spätgeborene: Millionen Deutsche mussten in Folge des Zweiten Weltkrieges den Osten verlassen, Tausende fanden in der Altmark ein neues Zuhause.

Die BdV-Kreischefin verweist auf die Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen Stendal, die von Horst Seebald geleitet wird. Monatliche Versammlungen, Vorträge und Diskussionen über aktuelle politische Ereignisse standen im Kalender. Regelmäßig versammelt haben sich auch die Ortsgruppen der Schlesier in Tangerhütte und Stendal unter der Leitung von Monika Zimmermann und Spangenberg. Letztgenannte: „Gesprochen wurde über schlesisches Kulturerbe und Brauchtum sowie über die Lage deutscher Minderheiten in Polen.“

Zum Tag der Heimat Mitte Juni in Jeggeleben sind neben den organisierten Vertriebenen auch weitere interessierte Bürger willkommen. Einlass ist ab 11.30 Uhr, so richtig losgeht es um 13 Uhr. Das Ende ist für 18 Uhr geplant. Für das leibliche Wohl zu Mittag und in der Kaffeezeit sei gegen Bezahlung gesorgt, heißt es weiter. Die Busabfahrtszeiten sehen so aus: 9 Uhr Gymnasium und Grundschule Tangerhütte, 9.20 Uhr Lidl Tangermünde, 9.45 Uhr Busbahnhof und Stadtsee-Apotheke Stendal, 10.25 Uhr Haltestelle Erxleben, 10.35 Uhr Feuerwehr Osterburg, 10.40 Uhr Total-Tankstelle Osterburg und schließlich 11 Uhr Flessau. Anmeldungen für den Bus sind möglich unter Tel. (03931) 213868 oder (03935) 211401.

VON MARCO HERTZFELD 

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