Nach Neustart der Altstoffhöfe stehen Führungsfragen an

Kreistochter ALS sortiert sich

Die Tore der Recyclinghöfe im Landkreis Stendal öffnen sich zumindest wieder regelmäßig. Die Anlaufstelle hier in Tangerhütte bleibt noch dicht.
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Die Tore der Recyclinghöfe im Landkreis Stendal öffnen sich zumindest wieder regelmäßig. Die Anlaufstelle hier in Tangerhütte bleibt noch dicht.

Stendal – Die landkreiseigene Abfallgesellschaft ALS mit Hauptsitz in Osterburg steht auch ohne Corona vor Herausforderungen. Der Posten des Geschäftsführers soll zum 1. Oktober neu besetzt werden.

Bewerbungsschluss war Ende Februar, Gespräche mit Interessenten sollen zeitnah erfolgen, teilt Stendals Kreissprecherin Angela Vogel auf AZ-Nachfrage mit.

Seit März 2019 ist neben der regulären ALS-Chefin interimsmäßig ein zweiter Geschäftsführer bestellt, Hendrik Galster. Im November war im Stendaler Kreistag auf den Krankenstand der ALS-Geschäftsführerin und das Auslaufen ihres Vertrages 2020 verwiesen sowie eine Stellenausschreibung angekündigt worden. Ab Herbst soll wieder ein Geschäftsführer die Kreistochter ALS allein vertreten.

Die Recyclinghöfe in östlicher Altmark und Elbe-Havel-Winkel haben nach der Zwangspause durch Corona ab dem heutigen Montag wieder geöffnet. Eine Ausnahme bildet die Annahmestelle in Tangerhütte. Sie bleibe aufgrund der besonderen Schutzbedürftigkeit der Mitarbeiter der Lebenshilfe geschlossen, heißt es aus dem Landratsamt in Stendal. Die Organisation für Menschen mit Behinderung betreibt den Hof im Auftrag von Landkreis und dessen Dienstleistungsgesellschaft ALS. Wann sich auch in der Tangerstadt wieder das Tor öffnet, bleibt abzuwarten. Wie erst kürzlich berichtet, soll der Recyclinghof ja auch erneut umziehen, dieses Mal nach nebenan, ein Grundstück weiter.

„Inwieweit sich die Gesellschaft zukünftig neu aufstellt, ist eine Entscheidung, die auch in Diskussion mit dem Geschäftsführer erarbeitet wird. Zunächst ist es also die Aufgabe, mit der Auswahl eines geeigneten Geschäftsführers eine Planungssicherheit für die Gesellschaft zu erreichen.“ Vogel nennt als eine Herausforderung die gestiegenen Kosten, auf die mit geeigneten Maßnahmen zu reagieren sei. „Insbesondere die Kosten für die Bioverwertung sind im letzten Jahr deutlich gestiegen. Dazu wird es notwendig sein, die einzelnen Abläufe hinsichtlich möglicher Optimierungspotenziale zu hinterfragen.“ Konkreter kann und will die Kreissprecherin noch nicht werden.

Im Abfallbereich gibt es seit Monaten und Jahren immer wieder Unruhe, Landkreis, ALS und einzelne Unternehmen standen in der Kritik. Zuletzt wurden nach einem Gerichtsurteil die Gebühren neu geordnet. Die Corona-Pandemie dürfte die Arbeit aller auch nicht einfacher gemacht haben. Die ALS werde sich den Herausforderungen, die sich durch den Virus ergeben, stellen, betont Vogel. „In dem Zusammenhang hat die Entsorgung der häuslichen Abfälle Priorität und wird derzeit ohne Einschränkungen durchgeführt.“ Im Klartext: Die Abfallbehälter können weiterhin zur Entsorgung bereitgestellt werden. Auch das Abholen von Sperrmüll und Elektro-Altgeräten über die Abrufkarte ist wie gewohnt möglich.

Wenn sich heute, 20. April, in sechs von sieben Annahmestellen das Tor tageweise öffnet, sollen Mitarbeiter und Nutzer unbedingt auf die gebotenen Mindestabstände zueinander achten. „Die Bürger werden aufgefordert, sich nur auf notwendige Anlieferungen zu konzentrieren und die Kontaktbeschränkungen einzuhalten.“ Das heißt: Der Mindestabstand von zwei Metern ist einzuhalten. Maximal drei Personen gleichzeitig können ihre Abfälle entsorgen. Längere Wartezeiten seien nicht zu vermeiden. Und noch einmal: Der Recyclinghof Tangerhütte bleibt erst einmal weiterhin geschlossen. Auf Fragen der Bürger antwortet der ALS-Kundenservice in Osterburg unter Tel. (03937) 250271.

Die Abfallannahme- und Umladestation in Stendal und der Recyclinghof in Seehausen sind montags bis freitags zwischen 7.30 und 17 Uhr geöffnet. Die Recyclinghöfe Osterburg und Bismark lassen sich freitags von 13 bis 17 Uhr sowie sonnabends zwischen 9 und 12 Uhr nutzen. Die Annahmestellen Tangermünde und Havelberg sind montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr geöffnet sowie samstags von 9 bis 12 Uhr. Im Wesentlichen können Bürger dort überall nicht zuletzt Sperrmüll, Grünabfall, Elektroschrott und Bauabfälle in kleineren Mengen eigenhändig abgeben. Weitere Informationen finden sich auch unter www.als-stendal.de.

VON MARCO HERTZFELD  

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