Skandal dient als Munition

Kreistagswahl: Pro Altmark schießt sich auf CDU-Spitze ein

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Mit dem Kopf durch die Wand oder einfach nur durchsetzungsstark? Nico Schulz wärmt sich bei einer Sportveranstaltung vor einigen Jahren in Osterburg auf.

Stendal – Sein Parteibuch einfach von sich aus abzugeben, kommt für Nico Schulz nicht in Betracht. „Die Frage beantworte ich mit Nein“, reagiert der CDU-Abtrünnige gegenüber der AZ.

Dem von Kreisvorsitzendem Chris Schulenburg angekündigten Ordnungsverfahren scheint der 45-Jährige recht gelassen entgegenzusehen.

Und: Die Themen der parteiunabhängigen Gemeinschaft „Pro Altmark“ zur Kreistagswahl im Mai sind seit Montagabend formuliert. Ganz oben steht: „Aufklärung der Wahlfälschungen“. Schulz und Mitstreiter sehen sich ganz offenbar als Speerspitze jener, die die Ereignisse in Stendal von vor fünf Jahren für unzureichend aufgearbeitet halten. Eine klare Kampfansage an den CDU-Kreisvorstand.

Insgesamt sind 14 Punkte beim Treffen in Warnau (Havelberg) aufgelistet worden. Politische Sprengkraft könnte in der Forderung nach einer Überarbeitung von Natura 2000 stecken, die Maxime: „Naturschutz mit Augenmaß“. Ansonsten dürfte sich vieles so oder ähnlich auch in der Agenda der Parteien und anderer Konkurrenz wiederfinden.

Einige Beispiele: Internetausbau mit dem Zweckverband Altmark, Unterstützung der regionalen Wirtschaft, bürgerfreundliche Verwaltung, attraktiver öffentlicher Personennahverkehr, kontinuierlicher Straßenbau, Schulen modernisieren und sparsame Haushaltsführung.

Mit der Forderung nach einer flächendeckenden und erreichbaren medizinischen Versorgung will die Wählergemeinschaft um die CDU-Mitglieder Schulz und Rüdiger Kloth, Bürgermeister in Osterburg und Seehausen, ebenfalls punkten. Für Erstgenannten ist das Thema gewissermaßen ein Steckenpferd. Die Bevölkerung vor den möglichen Belastungen durch erhöhten Schienenverkehr bewahren zu wollen, taucht doch eher unerwartet in dem Katalog auf. Gemeint ist der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Uelzen  –Stendal. Das für die Wirtschaft wichtige Projekt wird begrüßt, doch müssten die Menschen insbesondere vor Zuglärm geschützt werden.

Der Stendaler Kreistag wird am 26. Mai neu gewählt. Zur bunten Truppe der CDU-Quertreiber Schulz und Kloth gehören unter anderem Edith Braun, eine frühere Sozialdemokratin aus Lüderitz, René Schernikau, parteiloser Bürgermeister von Arneburg-Goldbeck und einst Mitglied der Piratenpartei, sowie Bernd Schulze, Bürgermeister in Werben und Mitglied einer lokalen Wählergemeinschaft.

VON MARCO HERTZFELD

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