Positionspapier zeigt Maßnahmen im Kampf gegen den Mediziner-Mangel auf

Kreistag fordert Landarzt-Quote

In dem Positionspapier des Kreises wird neben weiteren Maßnahmen auch gefordert, das E-Health-Angebot im Landkreis Stendal auszubauen.
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In dem Positionspapier des Kreises wird neben weiteren Maßnahmen auch gefordert, das E-Health-Angebot im Landkreis Stendal auszubauen.

Stendal. Der zunehmende Ärztemangel in ländlichen Regionen geht auch am Landkreis Stendal nicht vorbei. Auf Initiative des Kreistages hat sich am Mittwoch der Ausschuss für Soziales, Familie, Frauen und Gesundheit des Kreistages Stendal mit einem Positionspapier beschäftigt, das Maßnahmen beinhaltet, wie der Ärztemangel bekämpft werden kann und soll.

Der Ausschuss hat beschlossen, das Papier an die Landesregierung und die Fraktionen des Landtages Sachsen-Anhalt zu schicken.

Das Dokument enthält insgesamt zehn Punkte, von denen sich sieben an das Land und drei an den Landkreis richten. Obwohl die Sicherstellung der medizinischen Versorgung beim Landkreis liegt, solle der Landkreis ähnlich wie Unternehmen aktiv um Ärzte werben und sich hierbei mit der Kassenärztlichen Vereinigung abstimmen, um geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, dass die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel an die Öffnungszeiten von medizinischen Einrichtungen angepasst werden. Als weiteren Punkt, der sich auf den Landkreis bezieht, wird festgehalten, dass die Kooperation zwischen Krankenhäusern und Universitäten ausgebaut werden soll, um Medizin-Studenten frühzeitig für die Region zu sensibilisieren und sie zu binden. Christine Paschke von der Linken, Vorsitzende des Sozialausschusses, machte deutlich, dass die Zeit drängt, den Ärztemangel in den Griff zu bekommen: „ Im Landkreis Stendal praktizieren viele Ärzte, die über 65 oder gar über 70 Jahre alt sind. Wenn sie aufhören, wird sich der Ärztemangel deutlich verschärfen.“

Die Landesregierung wird aufgefordert, einen Rechtsanspruch auf eine ortsnahe Behandlung zu schaffen, um insbesondere älteren Menschen lange Wege zum Arzt zu ersparen. Des Weiteren wird die Einführung einer Landarzt-Quote gefordert. Das Land solle zehn Prozent aller Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach ihrem Studium mindestens zehn Jahre in ländlichen Regionen als Hausarzt zu arbeiten.

Als weitere Maßnahme, um die verstärkte Ansiedlung von Ärzten im ländlichen Raum zu ermöglichen, soll die finanzielle Förderung von Neueröffnungen erhöht werden. Die Maximalsumme liegt derzeit bei 60 000 Euro.

Um die intensivmedizinische Betreuung von Patienten zu verbessern, wird gefordert, den Bereich Telemedizin und E-Health weiter auszubauen. Dies sei sinnvoll, um älteren Kranken zu ermöglichen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu können.

In der kommenden Woche werden die Unterzeichner des Papiers gemeinsam mit dem Landrat letzte Detailabstimmungen vornehmen, bevor es verschickt wird. Unterzeichnet haben es Christine Paschke, der CDU-Kreistagsabgeordnete Nico Schulz und sein Parteikollege Dr. Jörg Böhme, ebenfalls Mitglied des Kreistages. Er ist auch Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Stendal.

Von Tobias Henke

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