„Klares Signal des Widerstands“

Kreistag beschließt Petition gegen Atommüll-Endlager

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Fässer für Atommüll stehen vor dem Endlager für schwach und mittelradioaktiven Abfall in Morsleben.

Stendal – Der Kreistag hat bei einer Gegenstimme die Resolution gegen ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll im Landkreis Stendal beschlossen.

Auch wenn noch keine Entscheidung getroffen sei, müsse schon jetzt „ein klares Signal des Widerstands“ an den Bund gesendet werden, ist Thomas Staudt (CDU) überzeugt. Seine Fraktion hatte den Antrag gestellt. Die Resolution soll dem zuständigen Ministerium übergeben werden.

Die Lebensqualität der Menschen würde durch ein Endlager beeinträchtigt, heißt es in dem Papier. Auch leide das Verfahren der Endlagersuche unter fehlenden Mitbestimmungsrechten der betroffenen Bürger. „Eskalierende Konflikte“ seien nicht auszuschließen. Zudem verstehe sich der Landkreis als Tourismusregion, verfüge über zahlreiche Naturschutzgebiete und habe ständig mit Hochwasser zu tun.

CDU-Fraktionschef Staudt erläuterte die Gründe für eine Ablehnung und erinnert an die Pläne für ein Steinkohlekraftwerk bei Arneburg vor einigen Jahren. Es gab Widerstand, das Vorhaben wurde „gesellschaftlich nicht akzeptiert“. Ähnliches sei bei einem möglichen Atommüll-Projekt zu erwarten. Katrin Kunert (Linke) meint, dass die Altmark unbedingt „mit einer Stimme sprechen“ müsse. Der Altmarkkreis Salzwedel sollte einbezogen werden.

Für den Atommüll in Deutschland muss ein Endlager gefunden werden. Auch der Landkreis Stendal kommt neben vielen anderen dafür weiterhin infrage, weil sich dort ein sogenanntes Tonsteinteilgebiet befindet. Für 2031 plant das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit, Erhebungen zur Standortwahl abzuschließen und einen Vorschlag zu machen. Das letzte Wort haben Bundestag und Bundesrat.  tz

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