Verbotene Zonen in Frühlingsschein

Kreisstadt hat öffentliche Erholungszonen aufwendig abgeschirmt

Gänse haben am Schwanenteich das Kommando an schicken, neuen Trimm-Dich-Geräten übernommen.
+
Gänse haben am Schwanenteich das Kommando an schicken, neuen Trimm-Dich-Geräten übernommen.

Stendal – Graue Kompakt-SUV mit dem Schriftzug „Ordnungsamt“ patrouillieren am zweiten Tag des amtlich verordneten Kontaktverbots im allerschönsten Märzfrühlingssonnenschein entlang von Stendals öffentlichen Erholungszonen.

Nur ganz vereinzelt sind Rolandstädter auf Bürgersteigen und Plätzen zu Fuß unterwegs, die meisten von ihnen haben einen Hund dabei. Gassigehen bleibt auch in Pandemiezeiten ein Muss, etwa am Rand des Großwohngebiets Stadtsee nahe der Johannes-Kepler-Straße.

Dienstagmittag im Bebel-Park: Die Sonne nutzen nur wenig Menschen. Viele haben Hunde dabei.

Am Schwanenteich im August-Bebel-Park, der vor 118 Jahren als erste Grünfläche vom Stendaler Verschönerungsverein angelegt worden ist, hat am Rande der Altstadt längst ein Rudel Gänse das Kommando neben den neuen schicken Trimm-Dich-Geräten übernommen. Menschliche Fitness darf auf den modernen Metall-Holz-Kombinationen bis auf Weiteres nicht trainiert werden, weshalb rot-weißes Flatterband, rot-weiße Absperrbaken und rot-weiße Coronavirus-Warnschilder mit großem Aufwand in der ganzen Kreisstadt angebracht worden sind. So bleibt vielen nur die Laufrunde, die sie joggend vorbei an den verbotenen Zonen führt – während sich eine Gänseschar wie vogelfrei protestierend in den Himmel flüchtet.

Mit den Absperrungen soll die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden, haben Stendals Behördenverantwortliche entsprechende Empfehlungen zuständiger Experten umgesetzt. Das Nutzungsverbot für die Spielplätze der Stadt gilt nach Angaben des Rathauses bereits seit einer Woche. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, dass Mitarbeiter die Einhaltung der Anordnung regelmäßig überwachten.

VON ANTJE MAHRHOLD

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare