Studienquote soll dem Ärztemangel auf dem Land vorbeugen

Kreis Stendal gut versorgt

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Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne und Burghard John stellten das Programm vor.

Magdeburg / Altmark – Sachsen-Anhalts Landesregierung will junge Ärzte aufs Land schicken. Ein Gesetz, das eine fünfprozentige Landarztquote beim Medizinstudium festschreibt, wird in diesem Jahr wirksam.

Über das Prozedere informierten Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) und der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Burghard John.

Bis zu 20 der landesweit 400 Studienplätze in Halle und Magdeburg sind nun für angehende Landärzte reserviert. Für die Vergabe gelten andere Kriterien als bei „gewöhnlichen“ Medizinstudenten. So spielt der Notendurchschnitt eine geringere Rolle, dafür sind Erfahrungen in medizinischen Berufen, Heimatverbundenheit und soziale Kompetenz gefragt. Nach dem Studium müssen sich die Absolventen, in perspektivisch unterversorgten ländlichen Regionen niederlassen und für mindestens zehn Jahre dort bleiben. Ansonsten droht eine Vertragsstrafe von 250 000 Euro.

Drohend unterversorgt sind derzeit jedoch nicht alle Gebiete weitab der größeren Städte. Der Bereich Havelberg weist mit lediglich 1,5 unbesetzten Hausarztstellen landesweit die beste Versorgung auf. Auch Osterburg (3,5 freie Stellen) und Stendal (7) stehen vergleichsweise gut da. Dramatischer sieht es im Raum Salzwedel aus, wo bereits 15,5 Hausarztstellen unbesetzt sind. Im Bereich Gardelegen sind bisher „nur“ vier Stellen frei. Das werde sich in Zukunft jedoch voraussichtlich verschärfen, begründet John, warum nach aktueller Einschätzung die gesamte Westaltmark zu den von Unterversorgung bedrohten Gebieten zählt, der Landkreis Stendal aber nicht. Zum Vergleich: In Magdeburg sind neun Hausarztstellen frei.

Wo sich die Absolventen niederlassen dürfen, legt die Kassenärztlicher Vereinigung (KV) fest. Die Landarztquote werde langfristig dazu beitragen, den Versorgungsmangel zu lindern. Eine kurzfristige Lösung sei das aber nicht, denn die Ausbildung dauert elf bis zwölf Jahre.

VON CHRISTIAN WOHLT

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