Mit dem Geld soll der „Willkommensbesuchsdienst“ fortgeführt werden / Kreistag entscheidet

Kreis hat knapp 100.000 Euro übrig

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Um junge Altmärker nicht nur im Leben, sondern auch in der Region willkommen zu heißen, gibt es vom Landkreis seit Dezember 2016 den „Willkommensbesuchsdienst“. Mit überschüssigem Geld könnte dies bis 2021 fortgeführt werden.

Stendal. Die Zahlenkolonnen samt der dazugehörigen Aufrechnung wirken auf den ersten Blick etwas verwirrend. Doch am Ende kommt in der Berechnung des Landkreises etwas Positives heraus.

Denn aus Rückflüssen und nicht verwendeten Geldern hat der Landkreis exakt 96 708 Euro zur Verfügung, die in ein Projekt fließen sollen, was sich bereits jetzt großer Beliebtheit erfreut. Es geht um den Willkommensbesuchsdienst. Hinter diesem Wort verbirgt sich ein freiwilliges Angebot des Landkreises, junge Eltern zu besuchen, ihnen ein Willkommensgeschenk für den Nachwuchs zu überreichen (AZ berichtete) und ihnen, wenn nötig, Unterstützung anzubieten. Das Projekt läuft bereits seit Ende 2016 und könnte noch weiter fortgeführt werden.

Im Grunde genommen sprechen alle Argumente für eine Fortführung. Im Startjahr haben 75 Prozent der angeschriebenen Eltern das Angebot in Anspruch genommen. „Man kann insgesamt resümieren, dass das Projekt sehr, sehr gut angelaufen ist“, sagte Sebastian Stoll, zweiter Beigeordneter des Landrates, beim Kreistag im April dieses Jahres. Auch aus der fachlichen Sicht des Kreis-Jugendamtes wurde das erste Drittel der Projektlaufzeit „insgesamt als erfolgreich“ eingeschätzt. Die Erfolgsquote der ersten 13 Monate veranlasst den Landkreis zu der Annahme, dass „die konzeptionelle Zielgröße von bis zu 94 Prozent mittelfristig erreicht werden könne“.

Und nutzt man die gut 96.000 Euro zweckgebunden für den Besuchsdienst, könnte dieser bis zur Jahresmitte 2021 fortgeführt werden. Dass überhaupt so viel Geld übrig geblieben ist, liegt an mehreren Faktoren. Zum einen sind es Überschüsse aus der Jugendsozialarbeit. Zum anderen konnte für den Willkommensbesuchsdienst bislang auch auf Drittmittel zurückgegriffen werden, sodass freigewordene Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BUT) nicht angefasst werden mussten. „Darüber hinaus stehen aus BUT-Mitteln in 2017 letztmalig weitere Mittel in Höhe von 19.375,20 Euro zur Verfügung“, informiert das Kreis-Jugendamt in einer Beschlussvorlage.

Mit dem Geld werden nicht nur Fachkräfte bezahlt. Ein Buch, ein Kalender, ein Handtuch, ein Notfallfächer, ein Zimmerthermometer und eine DVD sind Inhalt des Willkommensgeschenks für junge Eltern. Bei den Besuchen, die zwischen 30 und 60 Minuten dauern, sind laut Angaben des Landkreises meistens die Mütter mit ihren Babys anwesend. Väter nehmen eher selten teil. Schwerpunkt wird dabei auf das Elternbuch gelegt. Die anderen Willkommensgeschenke wie das „Altmark-Kind“-Handtuch oder der Babyentwicklungskalender für die ersten 36 Monate würden ebenso wertgeschätzt. Bis zur Entscheidung über das Geld wird es aber noch etwas dauern, die nächste Sitzung des Kreistages ist am 13. September.

Von Mike Höpfner

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