Beamte unterstützen „im Bedarfsfall“

Stendal: Kooperation zwischen Landkreis und Polizei in puncto Asyl

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Die Flüchtlinge, die in der Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg (Bild) oder dezentral in Wohnungen untergebracht sind, unterliegen der Verantwortung des Landkreises. Dieser kooperiert mit der Polizei, um bei einem Notfall schneller helfen zu können.

Stendal. Der Landkreis erwartet im laufenden Jahr 1311 Asylsuchende, allein im vierten Quartal diesen Jahres werden über 800 neue Flüchtlinge erwartet. Viele der Asylbewerber sind dezentral, also in eigenen Wohnungen, untergebracht, die vom Landkreis angemietet werden.

„Die Polizei wird daher von uns informiert, in welchen Wohnungen Flüchtlinge wohnen“, informierte Sebastian Stoll, zweiter Beigeordneter des Landrates, am Mittwoch im Kreis-, Bau- und Verkehrsausschuss.

„Wir teilen der Polizei die Anschriften mit, um die Zusammenarbeit zu erleichtern. Wir machen keine zweite Gemeinschaftsunterkunft auf und die Polizei kann ihr Personal auch nicht aufstocken“, so der zweite Beigeordnete. Die intensive Zusammenarbeit besteht seit diesem Jahr und ist aus einer Beratung im Innenministerium heraus entstanden, so Sebastian Stoll im AZ-Gespräch. „In Teilen haben wir das auch schon vorher so gemacht.“ Die Asylsuchenden unterlägen der Verantwortung des Landkreises, daher sei die Kooperation gerade in einer eventuellen Gefahrensituation notwendig.

Als Beispiel für die Vorteile der Kooperation nennt Stoll den Wohnungsbrand in einem Hochhaus an der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße im Juni (AZ berichtete). „Wir wissen, dass dort viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Wenn die Polizei davon Kenntnis hat, kann sie uns direkt informieren“, berichtet Stoll, „und wir sind in diesem Fall mit Sozialarbeitern dorthin gefahren und haben uns um die Menschen gekümmert.“

Die Polizei habe in solchen Fällen gerne einen Ansprechpartner. Der Landkreis zeichnet jedoch nicht nur für die Asylsuchenden verantwortlich, sondern oft auch für die Wohnungen. „Im Zweifel sind wir selbst der Mieter“, so der zweite Beigeordnete, „wir kümmern uns, damit die Polizei bei einem Brand oder einem Wasserrohrbruch nicht lange nach einem Vermieter suchen muss.“ „Die Polizei unterstützt im Bedarfsfall“, heißt es dazu von Polizeisprecher Marco Neiß. „Wir nehmen auch an den Sitzungen des Kreisstabs zweimal pro Woche teil“, sagt Neiß, alles weitere liege in der Verantwortung des Kreises.

Der Ausschussvorsitzende Thomas Staudt (CDU) zeigte sich am Mittwoch schockiert von den Zahlen. „Aber wir sprechen immer von einer Willkommenskultur und da müssen wir jetzt durch“, resümiert Staudt.

Von Mike Höpfner

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