„Keine Anhaltspunkte für Verstoß“ / Sparkassen-Skandal prägt auch 2015

Kredite an Verwaltungsräte

Die Stendaler Sparkasse kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Stendal. Zwölf von 13 Mitgliedern des Verwaltungsrates der Stendaler Kreissparkasse haben zwischen 2004 und 2014 sogenannte Organkredite bekommen. Insgesamt wurden in den zehn Jahren 21 solcher Kredite vergeben.

Nachdem insbesondere ein Verwaltungsratsmitglied in den Verdacht geraten war, riskante Kredite erhalten zu haben, hatte die Sparkassenaufsicht des Landes Sachsen-Anhalt die Kreditvergaben geprüft. Die Auswertung liegt nun vor und habe „keine Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen das Sparkassengesetz“ ergeben, teilte Landrat Carsten Wulfänger in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verwaltungsrates, der gestern Abend tagte, mit.

Deutlich wurde bei der Sitzung, dass der Sparkassen-Skandal auch das Jahr 2015 bestimmen wird, da „die Beweisaufnahmen jetzt erst beginnen und sehr umfangreich sind“, resümiert Wulfänger weiter. Inwieweit und in welcher Höhe die Schadensersatzforderungen der Bank gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dieter Burmeister durchgesetzt werden können, hänge vom Ausgang der Beweistermine vor Gericht ab. Dabei muss die Sparkasse belegen, dass ein Fehlverhalten vorgelegen hat und der Sparkasse unter anderem durch Scheinrechnungen und ominöse Bauauftragsvergaben ein Millionen-Schaden entstanden ist. Wie berichtet, waren bei der Magdeburger Staatsanwaltschaft wichtige Akten für diesen Prozess „aus Versehen“ geschreddert worden.

Der Verwaltungsrat beschloss gestern, dass Jörg Achereiner bereits zum 1. Dezember 2014 seinen Dienst als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Stendal antreten wird. Eigentlich sollte das erst zum 1. Januar 2015 passieren, aber weil Vorstand Paul Rodermann erkrankt ist, wird die Stelle nun vorfristig besetzt.

Von Ulrike Meineke

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