Bundesweites Vorzeige-Objekt beeinflusst Klimaschutzziele der Rolandstadt

Kraftwerkskauf steht unter Dampf

+
Seit 1994 versorgt das Stendaler Blockheizkraftwerk die Rolandstadt mit Fernwärme und Strom. Es wurde mit dem Geld von Privatanlegern errichtet. Die Stadtwerke wollen es kaufen.

Stendal. Als im Juni 1993 der Grundstein für Stendals Blockheizkraftwerk an der Schillerstraße gelegt wurde, war dies ein Meilenstein für mittlerweile längst in Mode gekommenene öffentlich-private Partnerschaften (Public-private-partnership, PPP).

Bei der seinerzeit immerhin rund 81 Millionen Mark teuren Investition handelte es sich um die deutschlandweit erste private Finanzierung eines kommunalen Heizkraftwerks. Eine Münchner Unternehmensgruppe schloss damals mit dem Geld von privaten Anlegern einen 15-Jahres-Vertrag mit Stendals Stadtwerken, die die Anlage gegen Festvergütung und Gewinnbeteiligung betreiben.

Nun soll der mit drei Diesel-Gasmotoren betriebene Produktionsstandort für Fernwärme und Strom in den Besitz des Stendaler Energieversorgers übergehen. Entsprechende Verhandlungen seien in Gange, bestätigt Thomas Bräuer gestern der AZ. Näheres könne der Stadtwerke-Chef erst nach Ostern verkünden, ergänzte sein Sprecher Rolf Gille.

Von dem geplanten Energie-Deal hängt für die Rolandstadt viel ab. So etwa die Ziele des derzeit in Ausschüssen des Stadtrates diskutierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes. „Es muss wirtschaftlich bleiben“, betont Beteiligungscontroller Norbert Wesling. Auch er hofft auf den Erwerb des Kraftwerks durch die Stadtwerke. Das Energieunternehmen zähle schließlich zu den wichtigsten Partnern, um die Kohlendioxid-Belastung im Stadtgebiet Stendals spürbar zu verringern.

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare