Von Woche zu Woche

Konkurrenzkampf steigt

Schluss, aus und vorbei: Die Wahlkampfschlacht ist geschlagen, die Sieger sind in Berlin bereits eingezogen, die Verlierer lecken ihre Wunden und ergeben sich zwangsläufig in ihr Parteienschicksal.

Denn nicht nur die Röslers, Brüderles und Trittins müssen sich von der Basis manche unangenehme Fragen gefallen lassen; auch im Bereich der „Kleinen“ wird die Stimmung – sofern es sich um die Verliererseite handelt – kräftig angeheizt.

So musste sich bereits am Dienstag FDP-Kandidat sowie Kreis- und stellvertretender Landesvorsitzender Marcus Faber aus der ostelbischen liberalen Ecke des Landkreises anhören, sein Wahlergebnis sei ein Desaster. Und er, Faber, müsse weg. Dass diese Forderung von Arno Bausemer kommt, verwundert nicht. Schließlich ist es ein offenes Geheimnis, dass beide überhaupt nicht miteinander können und sich – wenn möglich – aus dem Weg gehen. Das funktioniert bei politischen Veranstaltungen allerdings nicht immer. Doch angesichts des politischen Niemandslandes, in das die FDP im Wahlkreis 66 abgeschoben wurde, sind diese Personalien nicht mehr als ein bisschen Schall und noch weniger Rauch.

Anders sieht das bei CDU, SPD und den Linken aus. Sie haben ihre Bewerber durchgebracht – wenngleich Linke und SPD lediglich über die jeweilige Landesliste. Der Altmark und ihren Bewohnern insgesamt dürfte das jedoch so ziemlich gleichgültig sein. Schließlich haben sie künftig drei Ansprechpartner, wenn es darum geht, ihre Ziele, Wünsche und Forderungen zu formulieren und möglichst auch umgesetzt zu sehen. Damit steigt selbstverständlich auch der Konkurrenzkampf zwischen den Bundestagsabgeordneten, denn die Bürger der Altmark werden ein waches Auge darauf haben, wer sich an die im Wahlkampf gemachten Versprechen hält und wer nicht.

Jörg Hellmuth (CDU), Katrin Kunert (Linke) und Marina Kermer (SPD) haben also nicht nur das Bundestagsmandat gemein, sondern auch die Verpflichtung, sich angesichts des demografischen Wandels und dem ständigen Ausbluten der Altmark mit aller Kraft für diese Region einzusetzen. Dass sie das können und wollen, davon versuchten sie seit Wochen mit unzähligen Plakaten die Wähler zu überzeugen. Apropos Plakate: In Stendal müssen diese seit Mittwoch aus dem Stadtbild verschwunden sein. Sonst gibt es Strafen. Wie auch für Politiker, die ihren Job nicht machen – wenn auch erst in vier Jahren.

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