Angela Ludwig fordert Großcontainer und erhält nach Verhandlungen mit Cont-Trans drei Tonnen

Konflikt rund um die Gelbe Tonne

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Privathaushalte bekommen grundstücksbezogen auf Grundlage der angemeldeten Mieter 240-Liter-Tonnen für Leichtverpackungen. Große 1100-Liter-Container sind laut Thomas Winter von Cont-Trans für Großwohnanlagen und Gewerbe vorgesehen.

Stendal. „Frau Ludwig möchte nicht verstehen, wie Entsorgung funktioniert. Ich bin schon seit Januar damit zugange“, sagt Thomas Winter, beim Entsorger Cont-Trans für die Gelbe Tonne verantwortlich, zu einem Konflikt mit einem Stendaler Immobilienunternehmen.

Grund der Auseinandersetzungen ist ein Wohnhaus in Osterburg. Ein Elf-Parteien-Haus, welches Geschäftsführerin und Diplom-Ingenieurin Angela Ludwig betreut. Ausgehend von unterschriebenen Mietverträgen, bat Ludwig im Juli um die Bereitstellung jeweils einer Restmüll-, einer Papier- und einer Biotonne. „Wenn ich unterschriebene Mietverträge habe, dann habe ich auch Bedarf“, findet Ludwig. Für Leichtverpackungen bat sie um einen 1100-Liter-Container – üblich für Gewerbe und Großwohnanlagen. Diesen erhielt sie jedoch nicht.

In einer Email von Cont-Trans nennt Winter diese Form der Vorablieferung eine „spekulative Ausstattung“, um die Ludwig im Restmüllbereich auch nicht gebeten habe. „Da wohnen angeblich schon Leute. Und fährt man dahin, dann ist da eine Baustelle“, so Winter im AZ-Gespräch. Angela Ludwig dagegen habe sich „die Gesetzmäßigkeiten verinnerlicht“. „Ich habe für Mieter, die am 1. August einziehen wollten, Tonnen bestellt. Wir lassen uns das nicht gefallen“, sieht sich Ludwig im Recht.

Ihr Argument, dass auf dem Grundstück aufgrund der baulichen Situation kaum Platz für mehrere 240-Liter-Tonnen sei, weist Winter zurück. „Bauliche Unzulänglichkeiten Ihrer Objekte können natürlich von uns nicht kostenlos kompensiert werden“, heißt es in einer Email, die der AZ vorliegt.

Winter sieht auch eine Unstimmigkeit in den Volumina von Restmüllbehältern und Gelben Tonnen. „Da sind Mieter mit den kleinsten Volumina an Restmüll angemeldet und Frau Ludwig verlangt fünfmal so viel Leichtverpackungsvolumen“, so Winter. Für Angela Ludwig unverständlich: „Wenn ich morgen fünf Papiercontainer haben will, dann zucken die nicht mal mit der Wimper.“

„Am Anfang haben wir noch Kompromisse gemacht“, räumt Thomas Winter ein, „aber wenn die Leute nicht vernünftig angemeldet sind, funktioniert das nicht. Das grundlegende Problem ist, dass es keine Hausmeister mehr gibt.“ Viele ernsthafte Probleme dieser Art gebe es jedoch nicht. Für Immobilien-Unternehmerin Angela Ludwig, die inzwischen drei Gelbe Tonnen für ihr Osterburger Objekt erhalten hat, ist es eher ein zwischenmenschliches Problem: „Mir geht es darum, wie mit Kunden umgegangen wird. Und letzten Endes sind wir doch auch Kunden der Firma Cont-Trans.“

Von Mike Höpfner

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