In vielen Städten steigen mit der Höhe der Strafzettel auch die Einnahmen – doch in Stendal sinken sie

Knöllchen – Flut und Segen

Wer in der Stendaler Innenstadt keinen Parkschein oder keine Parkscheibe in die Windschutzscheibe legt, zahlt mindestens 10 Euro.

dpa Stendal / Magdeburg. Mit der Strafverschärfung für Parksünder sind die Einnahmen vieler Kommunen aus den Strafzetteln kräftig gestiegen.

Zugleich wurden vielerorts aber auch weniger Falschparker erfasst, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa unter großen Kommunen in Sachsen-Anhalt ergab. Ob die höheren Strafen für mehr Parkdisziplin sorgten, ist aber unklar. Teils stand den Kommunen auch einfach weniger Personal als im Vorjahr zur Verfügung. Die Geldbußen waren bundesweit zum 1. April 2013 erhöht worden. Statt mindestens fünf Euro sind nun zum Beispiel oftmals zehn Euro fällig.

Stendal fällt bei dieser Entwicklung als eine von wenigen Städten aus der Rolle. In der Rolandstadt sank die Zahl der schriftlichen Verwarnungen von rund 8000 auf gut 7000. Gleichzeitig gingen die Einnahmen von 150 000 Euro auf 136 000 Euro zurück. An der Parksituation haben sich trotz der höheren Strafen zum Beispiel in Bereichen mit vorgeschriebener Parkscheibe keine Veränderung ergeben, erklärte Sprecher Klaus Ortmann.

Dagegen kletterten allein in Halle die Einnahmen im vergangenen Jahr um rund neun Prozent auf mehr als 1,5 Millionen Euro. Insgesamt 98 000 Verwarnungen wurden ausgesprochen – das sind rund 5000 weniger als im Vorjahr. Rechnerisch habe sich die Bußgeldanhebung ausgewirkt.

In Magdeburg stiegen sowohl die Zahl der „Knöllchen“ als auch die Einnahmen kräftig an. Insgesamt wurden 118 000 Verwarnungen ausgesprochen – 16 000 mehr als 2012. Die Einnahmen stiegen sogar um rund 38 Prozent auf über 1,6 Millionen Euro.. Die höheren Gebühren hätten sich sowohl auf das Parkverhalten als auch auf die Einnahmen ausgewirkt.

Die Harzstadt Wernigerode zählte im vergangenen Jahr 17 000 Verwarnungen im ruhenden Verkehr – im Vorjahr waren es noch mehr als 18 000. Hauptgrund für den Rückgang der Strafzettel sei, dass wegen eines Personalengpasses weniger kontrolliert wurde. Trotz allem: Die Ordnungshüter stellten fest, dass ein Autofahrer 2013 gleich 57 Verwarnungen kassiert hat – rund ein „Knöllchen“ pro Woche.

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