Gebäude an der Gardelegener Straße soll im Sommer fertig sein

Kaserne für Flüchtlinge: „Klietz nur eine Interimslösung“

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Landrat Carsten Wulfänger glaubt nicht, dass die „Heidekaserne“ an der Gardelegener Straße bis zum Sommer fertig sein wird. Bis dahin fungiert eine Kaserne auf dem Klietzer Truppenübungsgelände als „Interimslösung“ für weitere Flüchtlinge.

Stendal. „Klietz ist nur eine Interimslösung, bis Stendal fertig ist“, sagte Landrat Carsten Wulfänger (CDU) gestern zu der geplanten Zentralen Anlaufstelle (ZASt) für Flüchtlinge in der Rolandstadt.

Die „Heidekaserne“, ein ehemaliges Grenztruppenobjekt an der Gardelegener Straße, wird derzeit für die Unterbringung von bis zu 1200 Flüchtlingen hergerichtet (AZ berichtete). „Ich gehe aber davon aus, dass dies länger dauert als bis zum nächsten Sommer“, glaubt Wulfänger.

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Die Kaserne des Klietzer Truppenübungsgeländes soll vorerst zwischen 400 und 600 Asylsuchenden eine Bleibe gewähren. „Klietz ist eine Einrichtung des Landes und wird vom Land betrieben“, stellte Wulfänger die Zuständigkeit der Landesregierung klar. Allerdings sei das Land an den Landkreis Stendal herangetreten und habe ihn um Unterstützung gebeten. „Vom Land angefragt wurde vor allem Unterstützung bei medizinischen Untersuchungen wie Impfungen und unbegleitet reisenden, minderjährigen Flüchtlingen“, berichtete der Landrat, „wir werden in den nächsten Tagen unsere Unterstützungsmöglichkeiten prüfen und uns mit der Landesregierung dazu verständigen.“

Im Landkreis leben aktuell 953 Asylsuchende. 478 Menschen wohnen laut Wulfänger in der Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg, 475 Flüchtlinge sind dezentral in Wohnungen untergebracht. Insgesamt 1068 Plätze seien zurzeit über Mietverträge gebunden. Neben einer Wohnanlage am Akazienweg werden innerhalb der Rolandstadt auch in Stadtsee, in Uchtspringe und in Staats Plätze geschaffen. „Wir wollen und müssen in die Fläche gehen. Daher führt der Landkreis momentan vielfältige Verhandlungen, um ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, so Carsten Wulfänger, „und wenn es ganz arg wird, öffnen wir die Sporthalle an der Berufsschule“.

Wer Sachspenden abgeben möchte, kann sich ab heute über das Bürgertelefon unter der Rufnummer (03931) 60 70 80 informieren. Benötigt werden momentan Möbel, Matratzen, Geschirr, Handtücher, Lampen und Gardinen. Nicht benötigt wird Kleidung. Sachspenden können täglich in der Zeit von 8 bis 16 Uhr am Hangar des Borsteler Flugplatzes abgegeben werden. Dort seien vorerst 1000 Quadratmeter reserviert. Auch ein Konto für Geldspenden wird seitens des Landkreises eingerichtet. Was mit dem Geld passieren soll, wird noch entschieden.

Von Mike Höpfner

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