Nach Fällung von 30 Bäumen zieht Hausmeister vors Verwaltungsgericht

Klage gegen Supermarkt-Bau

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Innerhalb von 48 Stunden fielen fast alle Bäume der Säge zum Opfer. Nur noch vier stehen auf dem Baugrund.

hei Stendal. „30 Bäume sind innerhalb von zwei Tagen gefällt worden“, ist Thomas Larek noch immer schockiert über den „Kahlschlag“, der vor einer Woche im Zuge des Neubaues eines Netto-Supermarktes an der Tangermünder Straße stattfand (die AZ berichtete).

Der 45-Jährige wohnt in direkter Nachbarschaft zur Baustelle, im angrenzenden Mietshaus. Dort ist er auch als Hausmeister tätig und ärgert sich über die Abholzung der, zum Teil mehr als hundert Jahre alten, Bäume. Nach den Bauplänen des Supermarktes, die auch Grundlage eines Bürgerentscheides waren, hätten Larek zufolge 13 statt der nun vier Bäume stehen bleiben müssen.

Während die Stadt Stendal erklärt, dass die Fällungen rechtmäßig seien, sieht Larek das anders und zieht vor das Magdeburger Verwaltungsgericht. Dort ging am vergangenen Dienstag ein Eilantrag gegen die Hansestadt und deren Baugenehmigung für die Errichtung des Discounters ein.

Durch die rechtlichen Schritte möchte Larek den Bau des Supermarktes in seiner Nachbarschaft noch stoppen. Und ist auch bereit, dafür finanzielle Risiken einzugehen. „Das kann für mich mächtig nach hinten losgehen, aber das ist es mir wert“, sagt Larek und ergänzt: „Ich muss meinen Anwalt bezahlen und wenn ich verliere auch die Gegenseite. Wir befinden uns hier in einem Rahmen, der sich durchaus in einem hohen vierstelligen, wenn nicht in einen niedrigen fünfstelligen Bereich bewegen kann.“

Bis zum Donnerstag glaubte Larek noch, allein für die Verfahrenskosten aufkommen zu müssen. Am Vormittag boten jedoch zwei Unterstützer per Kurzmitteilung an, sich finanziell zu beteiligen.

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