Kleinkinder erben die frühere Schule

Kita-Fusion von Möringen und Nahrstedt: Stadt denkt sogar an Neubau

Der Eindruck täuscht, es laufen noch nicht irgendwelche Bauarbeiten. Der Container ist für Grünschnitt gedacht. Die Grundschule in der Stendaler Ortschaft Möringen ist vor sechs Jahren geschlossen worden.
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Der Eindruck täuscht, es laufen noch nicht irgendwelche Bauarbeiten. Der Container ist für Grünschnitt gedacht. Die Grundschule in der Stendaler Ortschaft Möringen ist vor sechs Jahren geschlossen worden.

Möringen / Nahrstedt – In Möringen soll eine neue Kindertagesstätte entstehen. Die Hansestadt schreibt ihr früheres Grundschulareal dafür öffentlich aus und macht ein Kitabaukonzept für 70 Plätze zur Bedingung, das Grundstück wird durch einen Erbbaurechtsvertrag übertragen.

So steht es jedenfalls im Beschlussvorschlag aus der Verwaltung, mit dem sich als entscheidendes Gremium der Stendaler Stadtrat am 28.  September beschäftigen wird. Die kommunale Kita, die momentan in Möringen besteht, soll dann geschlossen werden. Zudem könnten die städtischen Grundstücke der Tagesstätten Möringen und Nahrstedt verkauft werden.

Wer über Möringen redet, muss offenbar Nahrstedt und die Borghardtstiftung Stendal im Blick haben. Die Stiftung betreibt seit gut einem Jahr die Kita in Nahrstedt. Das Gebäude ist laut Stadt in einem schlechten Zustand und ungünstig geschnitten, die Betriebserlaubnis wurde von 30 auf 20 Kinder reduziert, der Neubau ist seit Jahren geplant, ein Fördermittelbescheid des Landkreises liegt vor. Die Borghardtstiftung würde einen Neubau aus betriebswirtschaftlichen Gründen gern größer angelegt sehen auf 65 bis 70 Kinder. Doch hat die Stadt dort mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung einfach Zweifel.

Das mausgraue Schulgebäude steht leer. Efeu erobert die Fassade an der Straße von rechts unten.

Deshalb schlägt die Stadtverwaltung vor, die Standorte Nahrstedt und Möringen zusammenzulegen. Mittelfristig müsse die kommunale Kita in Möringen ebenfalls erneuert werden, auch dort seien die Bedingungen für eine moderne Betreuung nicht ideal. Ein größeres Domizil für bis zu 70 Kinder an anderer Stelle ergebe durchaus Sinn. „Dabei bleibt es den Bietern überlassen, entweder einen Neubau zu errichten oder das vorhandene Schulgebäude in eine Kindertagesstätte umzubauen“, heißt es in dem Papier weiter. In Möringen ließen sich zudem die Turnhalle und ein öffentlicher Spielplatz nebenan mitnutzen.

Bei Kosten und Kostenverteilung, Zuschüssen und weiteren finanziellen Aspekten gibt es noch mehr Fragen als Antworten. Im Rathauspapier heißt es zumindest: „Die Übertragung der Aufgabe an einen freien Träger, ein Verkauf der alten Kitas in Möringen und Nahrstedt sowie die Überlassung des Grundstücks in Möringen (Schule) werden Auswirkungen auf den Haushalt der Stadt haben.“ Und grundsätzlich: Der Verwaltungsaufwand in Ämtern würde sich durch die Kita-Neuordnung verringern. Mitarbeiter der Kita Möringen könnten zum neuen Träger wechseln oder in anderen kommunalen Tagesstätten weiterbeschäftigt werden. VON MARCO HERTZFELD 

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