Zehn Jahre und 20 Semester: Wieder zahlreiche Hörer im Audimax / Rektorin kündigt sich an

Kinder-Uni will sich im Juni feiern

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Svea (v.l.), Pauline und Rosalie (alle 9) sitzen regelmäßig in der Kinder-Uni. 

Stendal. „Die Tür bleibt zu. Bitte noch nicht reinlassen“, ruft Falko Leonhardt über die Köpfe der Kinder hinweg. Der akademische Helfer einige Meter weiter hat das Kommando verstanden. Im Auditorium maximum, kurz Audimax, schwitzen Studenten über Prüfungsaufgaben.

Der Nachwuchs muss sich noch ein klein wenig gedulden. Der federführende Organisator der Stendaler Kinder-Uni begrüßt im Vorraum derweil weitere Mädchen und Jungen, setzt Stempel in Ausweise und verteilt Bänder mit Namensschildern. Zehn Jahre Kinder-Uni und 20 Semester, ein Grund zum Feiern. Doch nicht an diesem Sonnabend, sondern irgendwann im Juni. Hochschule und Winckelmann-Gesellschaft planen ein Kinderfest auf dem Campus.

Die Resonanz ist beachtlich. Die Organisatoren rechnen mit mehr als 100 Teilnehmern. Eltern gehen wieder oder warten im Vorraum.

Das Angebot für Acht- bis Zwölfjährige gibt es seit dem Frühjahr 2008. Ein Semester umfasst drei, vier Termine, manchmal wie 2017/18 auch fünf, mit jeweils zwei Vorlesungen. „Im Schnitt kommen pro Tag 115 Mädchen und Jungen“, weiß Leonhardt im AZ-Gespräch. Auch wenn die neuen Zahlen noch nicht abschließend ausgewertet sind, glaubt der Museumspädagoge an einen besonders guten Durchgang. „Im Januar waren sogar 150 Kinder da.“ Das Thema, ein starker Magnet: Das Weltall und Außerirdische. Im 21. Semester, das im Mai startet, will sogar Rektorin Prof. Dr. Anne Lequy aus Magdeburg höchstselbst eine Vorlesung halten. Das Thema ist noch offen.

An das neue Semester denken die Drittklässlerinnen Svea Pietrzyk, Rosalie Springer und Pauline Ohrdorf in diesem Moment noch nicht. Zum Abschluss des 20. Durchgangs steht die „Kunst des Schätzens“ auf dem Lehrplan. Dr. Jürgen Bennies referiert. Das Thema treffe ins Schwarze. „Im Fach Mathematik haben wir bereits die Überschlagsrechnung“, berichtet Svea. In der zweiten Vorlesung soll es nicht zuletzt um das „Geheimnis der Hieroglyphen“ gehen. Leonhardt muss eine erkrankte Hochschullehrerin ersetzen. Für den Mitarbeiter des Winckelmann-Museums vermutlich eine machbare Aufgabe.

Von Marco Hertzfeld

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