Stendal: Ambulanter Hospizdienst Stendal schafft Treffpunkt im JFZ Mitte

Kinder trauern in Pfützen

Martina Wedde (v.r.) und Dorothee Oesemann, Pfarrer Ulrich Paulsen und Susanne Kanemeier.
+
Martina Wedde (v.r.) und Dorothee Oesemann stehen vor Ort als Ansprechpartner zur Verfügung. Pfarrer Ulrich Paulsen und Susanne Kanemeier kümmern sich um Organisation und Logistik.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
    schließen

Trauer ist für alle ein schwieriges Thema. Besonders jedoch für Kinder. Deshalb hat der ambulante Hospizdienst jetzt ein neues Angebot geschaffen. Ab November können sich Trauernde regelmäßig im JFZ Mitte treffen. 

Stendal – Trauer ist ein schwieriges Thema, besonders für Kinder. Um betroffenen eine Anlaufstelle zu schaffen, bietet das Trauernetzwerk des ambulanten Hospizdienstes in Stendal ab November einen Treff im Jugendfreizeitzentrum Mitte an. Eingebettet zwischen den vielen anderen Angeboten des Hauses können trauernde Kinder einen Platz für das finden, was nicht immer und für alle sichtbar werden soll und dennoch raus muss.

Bei Kindern sei die Trauerverarbeitung ein wenig, wie in Pfützen springen, erklären die Trauerbegleiterinnen Dorothee Oesemann und Martina Wedde. Im einen Moment könnten Kinder tieftraurig sein. Im nächsten ist das schon wieder vorbei. Dieser Energie und besonderen Art der Trauer müsse in der Arbeit mit Kindern Rechnung getragen werden. Daher auch der Name der neuen Gruppe: Pfützen-Hüpfer. Für diese Hopser gebe es im JFZ Mitte genug Raum und verschiedene Möglichkeiten, sich auszuleben. „Wir wollen nicht nur reden“, erklärt Oesemann. Es soll auch gebastelt, gespielt und vieles anderes gemacht werden, womit die Trauer bearbeitet werden kann. Wer Energie loswerden muss, kann auch das Trampolin im Hof nutzen oder sich für einen ruhigen Moment in den barrierefrei zugänglichen Mehrzweckraum zurückziehen. Wegen dieser Vielfältigkeit des Ortes seien die Organisatoren auch froh, im JFZ Mitte einen Partner gefunden zu haben.

Das Angebot richtet sich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren und findet ab November immer am ersten und dritten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr statt. Wer nicht ganz in die Altersklasse passt, müsse sich aber nicht ausgeschlossen fühlen. Auch Kinder aus dem gesamten Landkreis werden explizit angesprochen. Deren Eltern könnten während der Zeit beispielsweise etwas in der Stadt erledigen.

Warum getrauert wird, sei auch kein Kriterium. Egal, ob ein Todesfall in der Familie vorliegt, der Hund gestorben oder nach einer Trennung geliebte (Stief-)Eltern oder Geschwister fort sind: Die Trauer ist real.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare