Kikonische Frauen geraubt

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Dr. Axel Rügler war einer der Referenten, die im Audimax der Fachhochschule Magdeburg Stendal jungen Menschen am Sonnabend Wissen vermittelten. Kinder-Uni war und ist angesagt.

Stendal - Alexander Postolache. Auf den Weltmeeren sind sie zu finden, sie finden dort aber auch ihre Opfer. Über Piraten erfuhren junge Menschen im Audimax der Stendaler Fachhochschule etwas. Und über einen Seeräuber der Antike: Odysseus.

War Odysseus ein Pirat? Dieser Frage wollte Dr. Axel Rügler im Audimax der Stendaler Fachhochschule auf den Grund gehen. Wohlgemerkt nicht allein. Etwa 70 junge Menschen waren mit im Boot – im Piratenschiff. Dies seien zwar nicht so viele Kinder, wie beim Thema „Halloween“ gewesen, aber trotzdem kam jener Student, der den Mädchen und Jungen das Mikrofon für Fragen und Antworten reichte, kaum hinterher. Das Bild der Piraten habe sich über die Jahrtausende verändert, begann Rügler seinen Vortrag. Waren es Säbel und Piratenschiff, sind es heute Maschinenpistole und Motorboot, die die Seeräuber optisch ausmachten. Doch sei das Piratsein nicht am Äußeren, sondern eher an den Taten, beziehungsweise an den Untaten festzumachen. Würde dieses Klientel in den Asterix-Comics immer den Kürzeren ziehen – Obelix bringt die Piratenschiffen oft zum Sinken – seien reale Seeräuber zu recht gefürchtet.

Auch Odysseus kann zu den Piraten gezählt werden, schaut man in die Schriften des Homer, ein Dichter, welcher vor etwa 2700 Jahren über Odysseus schrieb. Beim Stichwort „Troja“ konnte der Wissensvermittler den Kindern nichts vormachen. Denn Letztere wussten genau Bescheid. Die Mädchen und Jungen erzählten von Helena, der Frau des Menelaos. Dass diese Schönheit mit Paris nach Troja entflohen war und die Griechen mit einem Heer aufbrachen, jene Frau zurückzuholen. Auch der Einsatz des großen Holzpferdes war bekannt. Und dass es Odysseus war, der diese List sich erdachte.

Doch was machte diesen Helden der Griechen zum Piraten? „Die Schutzgötter Trojas schickten Odysseus und seine Mannschaft zehn Jahre auf Irrfahrt“, vermittelte Rügler. „Piraten überfallen nicht nur andere Schiffe“, erklärte er weiter. So gingen sie auch an Land, überfielen die Kikonen, töteten die Männer, raubten die Frauen, bunkerten Lebensmittel. Dinge, die auch Piraten tun würden.

Mit der Kinder-Uni wolle die Fachhochschule Magdeburg Stendal ein erweitertes Bildungsangebot in der Hansestadt etablieren, informierte Prof. Dr. Raimund Geene die AZ. Es sei aber auch ein Stück Nachwuchsförderung. Bereits im Grundschulalter sollten Kinder auf den Geschmack eines Studiums kommen. Und: Ein Punkt, der den jetzigen Studierenden der Fachhochschule nützt, sei auch nicht außer Acht zu lassen. „Es ist ein Stück Forschungsarbeit für unsere angehenden Kindheitswissenschaftler“, die sich in der Evaluation üben können, wie Geene abschließend unterstrich.

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