AfD will Rückführungszentrum / Linke favorisiert dezentrale Einrichtungen

„Keine zweite Anlaufstelle“

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Die Parteien reiben sich an der zweiten zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber, die für 30 Millionen Euro in Stendal (alte Kasernen Gardelegener Straße) eingerichtet werden soll.

mei Stendal. „Die Sachsen-Anhalter wollen keine weitere Asyl-Erstaufnahmeeinrichtung“, zeigt sich die AfD-Landtagsfraktion nach dem Informationsabend in der vergangenen Woche in Stendal (AZ berichtete) überzeugt.

Das habe die Diskussion mit Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) deutlich gezeigt. Die AfD könne zudem nicht nachvollziehen, dass Sachsen-Anhalt trotz rückläufiger Zahlen eine zweite zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber für 30 Millionen Euro in Stendal bekommen soll. Deshalb halte die AfD an ihrer Forderung nach einem Rückführungszentrum mit angeschlossener Abschiebehafteinrichtung statt einer weiteren zentralen Anlaufstelle fest.

Auch die Linken im Landkreis Stendal lehnen die Landesaufnahmeeinrichtung in Stendal ab, jedoch aus völlig anderen Gründen als die AfD. Sie haben die Bürgerversammlung in Stendal auch ganz anders wahrgenommen: Es habe sich gezeigt, dass sich viele Menschen helfend einbringen möchten, resümiert Mario Blasche vom Kreisverband. Für die meisten sei die drängendste Frage gewesen, ob die Geflüchteten in der Einrichtung auch gut versorgt werden können. „Deshalb ist nicht wichtig, wie viele Polizisten vor Ort sein werden, sondern wie viele professionell ausgebildete Menschen sich um die Geflüchteten kümmern“, so Blasche weiter. Der Staat dürfe diese Aufgabe nicht auf Menschen abwälzen, die sich ehrenamtlich einbringen. Ehrenamtliche Arbeit könne nur eine willkommene Zugabe sein, aber nicht das Grundgerüst der Versorgung von Flüchtlingen. Der Staat müsse auch dafür sorgen, dass die Kinder nicht von dem Besuch einer Tagesstätte oder Schule ausgeschlossen werden.

Blasche: „Deutschland ist seit vielen Jahren ein Einwanderungsland und deshalb brauchen wir ein Einwanderungsgesetz.“

Statt einer zweiten zentralen Anlaufstelle in Stendal fordert die Linke, dass Geflüchtete in kleinen, dezentralen Einrichtungen untergebracht werden, in denen organisatorische Dinge geklärt, medizinische Befunde erstellt und der Beratungs- und Betreuungsbedarf erfasst werden.

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