Keine Leseratte, aber höchst kreativ

Tom Weber erklärte Uwe Bliefert das Prinzip der Pendeltasche. Andreas Gericke von der Lebenshilfe Tangerhütte hört zu. Auch dort verleiht Weber Bücher. Foto: Pusch

Möringen. Seit fünf Jahren gibt es im Jugendclub auch eine kleine Dorfbibliothek. Anlässlich des Geburtstages gab es gestern eine kleine Festveranstaltung. Ehrenamtlich geleitet wird sie von Tom Weber. Der Bestand umfasst Erzählungen und historische Romane genauso wie Kinderbücher und Bildbände.

Uwe Bliefert vom Amt für Jugend, Sport und Soziales war zum Gratulieren gekommen, ebenso seine Kollegin Martina Oberthür. „Fünf Jahre, das ist ein gutes Kindergartenalter“, so Bliefert, „aus den Babyschuhen ist die Bibliothek herausgewachsen.“ Durch Eingemeindung habe er Weber kennen gelernt, dessen Engagement er sehr schätze. Da konnte der im Rollstuhl sitzende Hobby-Bibliothekar seine Tränen der Rührung nicht mehr zurückhalten. „Das ist schon in Ordnung, zu jeder Feier gehören auch Emotionen“, beruhigte ihn Bliefert. Ein ganz großes Dankeschön gebühre auch der cleveren Idee der Pendeltasche. Diese ermöglicht es auch Senioren, Behinderten und Kranken an Lesestoff zu kommen. Diese suchen sich aus der Bestandsliste, sie umfasst etwa 3000 Titel, ihre Bestellung aus. Die Pendeltasche wird dann in der Dorfbibliothek gepackt und dem Leser zugestellt.

Eine weitere Welle der Rührung überkam Weber, als er von Bliefert ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk überreicht, um den Hals gehängt, bekam. „Wir haben im Jugendfreizeitzentrum eine Ehrenmedaille für fünf Jahre Dorfbibliothek anfertigen lassen“, erklärte Bliefert. Außerdem hatte er auch ein Päckchen von den Kollegen aus der Stadtbibliothek mitgebracht, Bücher, die den Bestand in Möringen erweitern. Und wenn der Erweiterungsbau der Bibliothek in Stendal eröffnet, wird auch der im Rollstuhl sitzende Weber zu den Gästen gehören – eben als ein weiteres Geschenk.

Die offizielle Eröffnung der kleinen Geburtstagsparty ließ er sich aber nicht nehmen. Er freute sich über die Besucher und hoffte, dass der eine oder andere neue Leser nun auch den Weg zur Bibliothek finden wird. Und verschmitzt verriet der emsige Bücherhüter ein Geheimnis. „Ich bin gar keine Leseratte“, sagte er, „aber kreativ und ich wollte immer die Bibliothek haben.“ „Mein Traum – Die Dorfbibliothek“ steht es denn auch auf zahlreichen Schildern in den Räumlichkeiten.

Von Thomas Pusch

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