Keine Angst vorm Scheitern

Stendal: Mehrgenerationenhaus begrüßt Flüchtlingsfamilien noch im September

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Eine neue Konstruktion wurde als Spielgerät fällig. Nach zehn Jahren will sich Marita Mund als Leiterin des Mehrgenerationenhauses auf bestehende Stärken konzentrieren.

Stendal. Zehn Jahre sind ins Land gegangen. Es war der 12.  September 2005, als Stendals Mehrgenerationenhaus „Färberhof“ feierlich mit Ministerworten eröffnet wurde. Wo Marika Mund, Leiterin des Hauses, die Einrichtung im Jahr 2025 sieht, wollte die AZ wissen.

Das Mehrgenerationenhaus mit Kinderbetreuung und dem Bürgertreff werde dann gewünscht immer noch gut laufen. „Wir wollen bestehende Strukturen bewahren, stabilisieren, die Qualität verbessern. “ Erweiterungen sind nicht geplant. Letztere wurden mit dem Bistro „Regional“ gewagt. Betriebswirtschaftliche Gründe hätten zur Aufgabe gezwungen. Idee und Konzept der Begegnungsgastronomie seien trotzdem gut. Das Mehr an Platz fehlt aktuell auch. Der Versuch sei wichtig und richtig gewesen. Es gebe viele Bürger in der Region, die gute Ideen haben, sich aber nicht trauen und Angst vorm Scheitern haben würden.

Aus dem Engagement von Bürgern, „aus rein privater Initiative“ – und mit staatlichen Finanzmitteln – ist das entstanden, was heute als Ensemble von Objekten in Stendals Innenstadt an der Hohen Bude genutzt wird. Ohne das Wirken vieler fleißiger Hände – „dazu zählen unser Team, für das Pädagogik auch ein Stück Lebenseinstellung ist“, die Eltern, die sich, wie aktuell auf dem Hof bei der Gestaltung der Spielgeräte beteiligen sowie die Sponsoren, die neue Anschaffungen finanzierbar machten – wäre das Konzept „Mehrgenerationenhaus“ nicht so weit gekommen. So entsteht momentan ein Piratenschiff auf dem Gelände, dass von einem Vater vom Fach, mitgestaltet wird. Die Kaschade-Stiftung, ein großes Textilgeschäft und eine Ärztin unterstützen das Projekt. Eltern und Kinder konzipierten die Idee.

Diese Konstruktion werden bald nicht nur die Kinder der privaten Kindertagesstätte nutzen können. Auch der Färberhof will Flüchtlingen einen Ort der Begegnung bieten. Noch in diesem Monat sollen die ersten Gruppen asylsuchender Familien die Begegnungsstätte nutzen können und auch Hilfe von hauseigenen Pädagogen bekommen, die auch sprachlich vermitteln könnten. „Wir organisieren auch Fahrräder“, ist Mund sich des für Familien mit kleinen Kindern langen Weges zwischen Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg bis zur Stadtmitte bewusst.

Das kleine Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen soll dann am Samstag, 10. Oktober, mit einer Festveranstaltung mit allen Unterstützern, Sponsoren, Eltern und natürlich mit der Mannschaft des Färberhofs gefeiert werden. Würde Marita Mund alles noch einmal so angehen? „Ja, aber ganz anders.“ Momente des Scheitern würden allerdings dazugehören.

Von Alexander Postolache

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