„Das ist ja kein Leben mehr“

Stendaler zeigen sich skeptisch: Aber Impfung wird befürwortet

Auch während des Lockdowns ist die Stendaler Fußgängerzone belebt. Einige Passanten haben eine klare Meinung zum Impfstart.
+
Auch während des Lockdowns ist die Stendaler Fußgängerzone belebt. Einige Passanten haben eine klare Meinung zum Impfstart.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
    schließen

Impfen lassen, wollen sie sich auf jeden Fall, erklären Gino Geltzenlenden und Christina Lindner, die gemeinsam in der Stendaler Fußgängerzone unterwegs sind. Aber besonders eilig haben sie es damit nicht, wie das Paar erklärt.

Stendal – Aufgrund ihres Alters werden sie ohnehin abwarten müssen, stellen sie unisono fest. Aber auch den erstmöglichen Termin wollen sie nicht für sich beanspruchen.

Eine gewisse Grundskepsis zum vergleichsweise schnell entwickelten Impfstoff spiele da auch mit rein, aber es gebe auch pragmatische Gründe, wie Geltzenlenden erklärt. Mit einem späteren Impfdatum könnte besser abgeschätzt werden, wie auf die Impfung reagiert wird, erläutert er. Und dann könne man sich, quasi wie bei der Grippeimpfung, einen Termin für den Winter aussuchen.

Ebenfalls skeptisch ist Marcel Kladivo, der einen Kinderwagen durch die Breite Straße schiebt. Klar, es müsse endlich etwas getan werden. „Das ist ja kein Leben mehr“, fasst er die aktuellen Zustände zusammen. Aber auch für ihn als Asthmatiker und damit zur Risikogruppe gehörend, stellen sich viele Fragen. Neben der Verträglichkeit gehöre dazu auch, wie lange ein Impfschutz bestehe, ob er jährlich, wie bei der Grippeimpfung, aufgefrischt werden müsse und vieles mehr. „Ich bin ein Mensch, der gerne mal wegfliegt oder auf Konzerte geht“, berichtet Kladivo. Auch wenn es keine Impfpflicht geben soll, halte er es doch für möglich, dass Anbieter und Veranstalter schließlich doch Vorteile für Geimpfte anbieten könnten.

Eindeutig ist die Antwort für Stephan Peters, ebenfalls Asthmatiker. Er werde sich impfen lassen und habe dafür bereits für Mitte Februar einen Beratungstermin mit seinem Lungenfacharzt vereinbart, um über Möglichkeiten und Risiken zu sprechen. Gerade, da er im Handel arbeite und das Gewusel des verkürzten Weihnachtsgeschäfts mitbekommen habe, sei es auch eine Frage des Selbstschutzes: Da er ständig Kontakt zu Menschen hat, sei die Impfung quasi unumgänglich. Seine Frau Jasmin wolle lieber abwarten. Dann sei eine Impfung für sie vielleicht nicht notwendig, wenn Corona endet. Wie sie mit ihrem Sohn Enno vorgehen, müssen sie noch gemeinsam entscheiden. Für ihn ist die Antwort jedoch klar: Er will nicht geimpft werden „Spritzen tun weh“, stellt er fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare