Tragödie Berliner Großflughafen ist keine Chance für Stendal / A 14 und Windräder statt Landebahn

Kein „BER“ in der Altmark

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Die Karte rechts zeigt den Plan: Zwischen Stendal und Buchholz sollte der Mega-Airport entstehen.

Berlin / Altmark. Pleiten, Pech und pausenlos Probleme. Der Bau des Berliner Großflughafens hat sich zu einer unendlichen Tragödie entwickelt und mancher zieht offenbar inzwischen ein Ende mit Schrecken dem Schrecken ohne Ende vor.

Es wird sogar über einen kompletten Neubau diskutiert. Vielleicht sogar in der Altmark?.

Anwohner in Buchholz und Gohre protestierten gegen den geplanten Flugplatzbau. Die Berliner Flughafen-Blamage ist allerdings keine neue Chance für einen Altmark-Airport, denn die Frist ist abgelaufen, außerdem tangiert die geplante A 14 die Fläche, die Windenergie vorbehalten ist.

Denn eigentlich sollte der Hauptstadt-Airport Berlin-Brandenburg International (BBI) nicht in Schönefeld entstehen, sondern vor den Toren Stendals. Das sah zumindest ein Plan vor, der viele Jahre lang ernsthaft diskutiert wurde. Auf dem altmärkischen Acker zwischen Buchholz und Stendal wollte die „Airail AG“ ein riesiges Luftdrehkreuz bauen. Mehr als 25 Millionen Passagiere sollten von hier aus jährlich in alle Welt starten. Am 25. Juni 1996 leitete die Landesregierung das Raumordnungsverfahren ein. Es wurde 1997 erfolgreich abgeschlossen und listete klare Vorteile gegenüber dem Standort Schönefeld auf.

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Im Jahr 2003 war die Beantragung des Planfeststellungsverfahrens vorgesehen. Schon 2009 sollten die ersten Maschinen von Stendal aus abheben. Daraus wurde bekanntlich nichts. Im Jahr 2004 wurden die Pläne zu den Akten gelegt.

Bekommt Stendal nun eine zweite Chance? Die beiden damals ebenfalls heiß diskutierten Alternativstandorte im Land Brandenburg Sperenberg und Jüterborg scheiden jedenfalls definitiv aus. Große Teile dieser Flächen seien verkauft, andere stünden inzwischen unter Denkmalschutz, teilte Jörg Vogelsänger (SPD), Infrastrukturminister im Nachbarland, jetzt auf eine Anfrage im dortigen Landtag mit. Die Frage nach neuen Planungen sei daher „rein hypothetisch“. Das gilt aber auch für die Altmark.

„Die Planungen für den BBI bei Stendal können nicht weitergeführt werden“, erklärt das Verkehrsministerium Sachsen-Anhalts auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Die landesplanerische „Reservierung“ der Flächen sei nach Ablaufs der Fünf-Jahres-Frist bereits im April 2004 abgelaufen. Nun tangiere die Trasse der geplanten A 14 die ehemals vorgesehene Fläche. Ferner habe die Regionale Planungsgemeinschaft diesen Bereich als regionalbedeutsames Gewerbegebiet sowie Vorranggebiet für Windenergieanlagen ausgewiesen. „Überlegungen, die Planungen (gegebenenfalls an einem anderen Standort) weiter zu führen, gibt es derzeit nicht“, so die klare Absage aus Magdeburg.

Der „Altmark International Airport“ bleibt also ein Traum. Vielleicht hat das auch etwas Gutes: Der Altmark und dem Land Sachsen-Anhalt bliebe die Berliner Blamage erspart.

Von Christian Wohlt

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