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Kapuzen-Anschlag: Staatsanwalt klagt drei Altmärker an

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Von: Stefan Hartmann

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Bahnhof, Seehausen
Vor dem Brand diente der Bahnhof Seehausen als Treffpunkt für Autobahngegner. © Frank Schumann

Nach dem Anschlag mit einer Paintballwaffe auf A14-Gegner am Seehäuser Bahnhof erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei Altmärker.

Stendal / Seehausen – Drei Altmärker sollen vor dem Stendaler Schöffengericht wegen des Vorwurfs der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung mittels Waffe oder gefährlichem Werkzeug angeklagt werden. Gemeint ist damit die Paintballwaffe, mit der am 18. Juni 2021 auf eine Gruppe A14-Gegner geschossen worden sein soll. Besonders pikant: Die Waffe soll nicht nur mit den üblichen Farbpatronen, sondern auch mit Gummigeschossen geladen gewesen sein. „Drei Personen wurden verletzt“, sagt Staatsanwalt Thomas Kramer auf AZ-Nachfrage. Diese erlitten Hämatome. Zu Treffern kam es dabei unter anderem an Schulterblatt und Ellenbogen. Nach den ersten Informationen im Juni 2021 waren von zwei verletzten Personen berichtet worden.

Die drei Angeklagten seien allesamt in der Altmark geboren und dort derzeit auch noch wohnhaft. Bei einem Mann, einem 33-Jährigen, handele es sich der Anklageschrift nach um den Hauptbeteiligten. Die anderen beiden, ein ebenfalls 33-Jähriger und ein 39-Jähriger, werden der Beihilfe bei dem „hinterlistigen Überfall“ angeklagt. Damit ist klar, dass dem einen 33-Jährigen vorgeworfen wird, sich mit einer Kutte, die an den rassistischen Ku-Klux-Klan erinnert, verkleidet und die Aktivisten beschossen zu haben. Über die genauen Rollen der anderen beiden Männer macht Kramer hingegen keine Angaben. Vermutlich wird einem der Männer vorgeworfen worden werden, das Fluchtauto gefahren zu haben, während der andere möglicherweise der Mann ist, der den Angriff filmte.

Wann und ob es zu einer Gerichtsverhandlung kommen wird, steht derzeit noch aus. Aktuell laufe das Zwischenverfahren, in dem vom Gericht geprüft wird, ob ein hinreichender Tatverdacht besteht. Erst danach werden – wenn überhaupt – Verhandlungstermine festgelegt. Wie lange das dauern könnte, ist aber derzeit nicht abschätzbar, wie es aus dem Stendaler Landgericht heißt.

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