Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt

Justizfehler behoben

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Der Angeklagte erhielt nun anstatt sieben nur sechs Monate auf Bewährung. Grund war ein Verfahrensfehler.

mih Stendal. Unter dem Einfluss von Cannabis und Alkohol soll ein 37-Jähriger drei Polizeibeamte angegriffen und teilweise auch in den Arm gebissen haben. Doch bei der Berufungsverhandlung vor dem Stendaler Landgericht ging es primär um eine ganz andere Frage.

Diese lautete: Hätte das Landgericht ein Urteil des Amtsgerichtes mit in die Entscheidung einbeziehen und daraus eine Gesamtstrafe bilden dürfen? 

Denn der 37-Jährige wurde im Februar 2017 vom Amtsgericht wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Dieses Urteil floss in den aktuellen Prozess mit ein und brachte dem Angeklagten insgesamt sieben Monate auf Bewährung. Nicht zulässig, fanden Staatsanwaltschaft und der Vorsitzende Richter Gundolf Rüge. Denn bei der Verkündung des ersten Urteils war die zweite Straftat – also die Sache mit dem Armbiss – noch gar nicht passiert. Die Berufungskammer verhängte nun sechs Monate auf Bewährung und Schmerzensgeld.

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