Stendaler Verein unterstützt virtuelle Ideen

Junge Stadtplaner bauen weltkleinsten Hanseort um

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Projektkoordinatorin Anja Demme kennt die Wünsche der Werbener Kinder und Jugendlichen. Dürften die einen neuen Treffpunkt für den Nachwuchs entwerfen, soll es neben einem Zimmer zum „Chillen“ auch einen Raum „Für Oma und Opa“ geben.

Werben/Stendal. „Irgendwie ist mein Laptop gerade komisch“, beklagt Greta mit kritischem Blick aufs Display. Sie befindet sich gerade virtuell im Wohnzimmer, dessen Grundriss unbedingt auch eine Häkel-Ecke beinhalten soll.

In Stadtplaner-Manier agiert das Mädchen mit einem guten Dutzend Sieben- bis 15-Jähriger seit Wochenbeginn im Pfarrhaus des weltkleinsten Hanseorts. Als „Architektin“ wirkt Anja Demme im Auftrag des Stendaler Vereins „Kinderstärken“.

Wie jüngst in Tangermünde entwirft die Projektkoordinatorin bis Freitag den Bauplan für einen Kinder- und Jugendklub, wie ihn Kinder und Jugendliche bauen würden. Das existierende Domizil in Werben sei derzeit leider weitgehend schwach frequentiert, erfuhr Demme von ihrem Werbener Bauplan-Team. In ihm vertreten sind derzeit bis zu 16 Mädchen und Jungen auch aus Werbens Ortsteilen Berge, Räbel, Behrendorf und Giesenslage.

Mit Hilfe des Online-Mediums „Minecraft“, einer ab sechs Jahren zulässigen Computer-Software, entwirft die Truppe eifrig nach einer vorher zu Papier gebrachten Zimmerbelegungsskizze ihr Mehrgenerationenhaus. Das soll neben einem Fahrstuhl und einem Raum zum „Chillen“ auf jeden Fall auch einen Raum „Für Oma und Opa“ beherbergen. Und in eben diesem Zimmer müssten unbedingt auch bequeme Möbel. „Omi braucht auch eine Couch“, hört die Koordinatorin.

Der Musikraum soll mit Gitarre, Klavier und Harfe, aber auch mit Lautsprecherboxen ausgestattet werden. Ein Dachgarten und Tennisplatz stehen ebenso auf dem Wunschplan der Werbener Ideenschmiede. Sie führt fort, was der Stendaler Verein im Sommer 2014 mit jungen Hansestädtern begonnen hat. Damals spazierte die Koordinatorin mit Kindern und Jugendlichen durch die nördlichste Stadt des Landkreises, um in Wort und Bild zu dokumentieren, was dem Werbener Nachwuchs so alles stört in ihrem Heimatort. Das Ergebnis will die Truppe im November im Rathaus präsentieren. „Das Projekt findet in Werben ganz große Unterstützung. Vereine, Stadtrat und Bürgermeister tragen es mit offenen Armen mit“, bedankt sich die Kinderstärken-Akteurin für die Hilfe.

Von Antje Mahrhold

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