Forschungsgruppe dokumentiert die Stendaler Zeit von 1950 bis 1990

Jugendkultur im Fokus

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Hoffen auf weitere Fotos und Dokumente aus der „Stendaler Jugendkultur 1950 bis 1990“ (v.l.): Gabriele Bark, Prof. Günter Mey und Alieen Piechocki.

mei Stendal. Lang ist´s her mit der „Jugendkultur“ im Stendal der 1950er- bis 1990-er Jahre. So lang, dass die Jugendkultur jetzt ins Altmärkische Museum kommt.

Das Jugendclubhaus, der Bierkeller, das Bar-Café, das Café Pinguin mit der Jukebox – diese Treffpunkte sind es auch, die in den Fokus gerückt werden sollen. Eine Forschungsgruppe um Prof. Günter Mey hat seit anderthalb Jahren Interviews mit 40- bis 80-jährigen Stendalern geführt, Fotos und Gegenstände zusammengetragen und dabei festgestellt: Wir brauchen noch mehr.

Deshalb bittet das Team die Stendaler, auf Dachböden und in Kellern nachzusehen und alte Fotoalben nach Relikten aus der Stendaler Jugendkultur zu durchstöbern.

Da gab es die langen Schlangen auf der Breiten Straße vor dem „Schallplattengeschäft“, wenn eine Ladung neuer LPs eingetroffen war. In den 1970er-Jahren war es dank der Kassetten leichter, Musik zu kopieren. Dann die Kleidung. Jedes Jahrzehnt hatte seinen ganz eigenen Stil, und auch hier bestand großes Interesse an West-Marken wie Levi’s und Wrangler. Bisweilen half aber auch schon das Etikett, das auf die Ostjeans genäht wurde. Der Parka als Symbol für die Blueser, das FDJ-Hemd – „DDR-Jugendzeit fand über alle Jahrzehnte im Spannungsverhältnis von Offizialkultur und Nischenkultur statt“, sagt Prof. Mey. Die Geschichte der „Jugendkultur in Stendal 1950 bis 1990“ soll deutlich machen, mit wie viel Kreativität sich jede Jugend zu ihrer Zeit neu erfunden hat. Eröffnet werden soll die Ausstellung im April 2018.

Wer Fotos oder Dokumente (Eintrittskarten, Plakate), Musik auf Kassetten, (selbstgemachte) Kleidung wie Batikhemden, Parka, Hosen, Schuhe, Schmuck und Aufnäher beisteuern kann, wende sich an Prof. Mey, Telefon (03931) 21 87-0; E-Mail guenter.mey@hs-magdeburg.stendal.de oder Gabriele Bark vom Altmärkischen Museum, Telefon (03931) 65-17 02, gabriele.bark@stendal.de.

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