Redakteurin in Magdeburg ausgezeichnet

Journalistenpreis für Marilena Berlan von der Altmark-Zeitung

+
Torsten Scheer, Pressesprecher IHK, Marilena Berlan und Klaus Olbricht, IHK-Präsident (v. l.).

Magdeburg. Die Überraschung stand ihr ins Gesicht geschrieben, als das Ergebnis verkündet wurde: „Der Journalistennachwuchspreis 2017 der IHK Magdeburg und des Deutschen Journalisten Verbandes Sachsen-Anhalt in der Kategorie Print geht an Marilena Berlan für ihre Serie ´Die letzten Zeitzeugen´ in der Altmark-Zeitung.“

In der Serie hatte sich die 33-Jährige mit der Ermordung von mehr als 1000 KZ-Häftlingen beim Massaker in der Feldscheune Isenschnibbe bei Gardelegen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs beschäftigt und Zeitzeugen vorgestellt. Es entstanden fünf bewegende Geschichten, die im vergangenen Jahr in der Altmark-Zeitung veröffentlicht wurden. „Unsere heutige Preisträgerin ist in die Vergangenheit hinabgestiegen. Sie hat Geschichte lebendig gemacht. Und das ist eine der vornehmsten Aufgaben, die Journalisten erfüllen können“, würdigte der Laudator, IHK-Präsident Klaus Olbricht, die Leistung. „Marilena Berlan hat sich auf die Suche gemacht nach Menschen, die persönlich erlebt haben, wozu eine Diktatur fähig ist, welche Gräueltaten Soldaten in ihrem Auftrag verüben.

Sie hat gesucht, gefunden, zugehört und aufgeschrieben, was die Menschen erzählt haben.“ „Der Preis bedeutet mir sehr viel, weil mir auch die Geschichte sehr viel bedeutet“, sagte die Ausgezeichnete. Es sei sehr aufwendig und eine Herausforderung gewesen, die Beiträge zu recherchieren, und auch ein Wettlauf mit der Zeit, diese Erlebnisse festzuhalten. Die Menschen, mit denen sie sprach, seien inzwischen 80 bis 90 Jahre alt. Die Idee für das Thema habe sich spontan, am Rande der jährlichen Gedenkveranstaltungen am 13. April in Gardelegen, ergeben. Marilena Berlan setzte sich gegen zwölf Mitbewerber durch.

Zur Veranstaltung in die IHK Magdeburg war sie am Donnerstagabend gekommen, ohne zu wissen, wer letztlich das Rennen macht. Zum Daumendrücken waren auch ihre Eltern, Marina und Konstantinos Zabitoglou, extra aus Stuttgart angereist. „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und noch viel mehr, dass meine Eltern bei der Verleihung dabei sind“, strahlte die in Gardelegen lebende und in Stendal arbeitende AZ-Redakteurin. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Die weiteren Preisträger:

Kategorie TV/Radio:
Julian Kanth vom MDR für seine Reportage „Land ohne Lehrer – Schulen in Not“, ausgestrahlt im MDR-Fernsehen

Kategorie Multimedia:
Volontäre der Mitteldeutschen Zeitung für ihr Projekt „Wahlkalender“

„Lobende Erwähnung“:
Lukas Matzinger für seinen Beitrag „Willkommen in der Welt des Schmerzes“ im Wiener Stadtmagazin „Falter“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare