„Nichts tun ist gefährlicher“

Johanniter geben Tipps zum Verhalten bei Badeunfällen

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Ersthelfer sollte nicht zögern mit der Wiederbelebung zu beginnen, empfehlen die Johanniter.

Stendal – Warme Temperaturen locken Sonnenanbeter an Meeresstrand, Baggersee oder Freibad: Das kühle Nass verspricht Erfrischung. Doch viele unterschätzen die Gefahren im Wasser. Dabei sei ein Großteil der Badeunfälle vermeidbar, teilt die Johanniter-Unfall-Hilfe mit.

„Mutproben wie Kopfsprünge in unbekannte Gewässer, zu viel Alkohol oder das Überschätzen der eigenen Kräfte führen häufig zu lebensgefährlichen Situationen im Wasser“, so der Regionalverband Altmark.

Besonders gefährdet seien Kleinkinder. Für sie werde selbst ein Gartenteich oder ein Planschbecken zum Risiko, wenn sie dort unbeaufsichtigt spielen.

Gerät ein Mensch im Wasser in Not, sollten Helfer zuallererst den Rettungsdienst über die 112 alarmieren, erklärt die Johanniter-Unfall-Hilfe, was zu tun sei. „Retter bringen sich leicht selbst in Gefahr, wenn sie versuchen, Ertrinkende aus dem Wasser zu ziehen, sofern sie keine ausgebildeten Rettungsschwimmer sind.“ Direkter Körperkontakt solle nach Möglichkeit vermieden werden, denn in seiner Angst könne der Ertrinkende um sich schlagen oder durch Klammern den Retter unter Wasser ziehen. Besser sei es der Person einen schwimmenden Gegenstand, wenn möglich einen Rettungsring, zu reichen und sie dann an Land zu ziehen.

Schnelle Erste Hilfe ist lebenswichtig: „Bewusstlose, die normal atmen, werden in die stabile Seitenlage gebracht. Dafür wird der Kopf überstreckt, der Mund geöffnet und das Kinn auf dem Handrücken abgelegt. Dann die Atmung regelmäßig überprüfen.“ Wenn der Gerettete nicht oder nicht normal atmen würde, etwa sehr langsam und schnappend, müssen Ersthelfer sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

„Wir wollen alle Menschen ermutigen, die Wiederbelebung durchzuführen“, bekräftigt die Unfall-Hilfe. „Dabei kann man nichts falsch machen. Nichts zu tun, ist für den Patienten viel gefährlicher, denn Sauerstoffmangel verursacht irreparable Hirnschäden.“ Wer regelmäßig seine Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischt, ist in Notsituationen viel souveräner.

Bei Menschen, die aus dem Wasser gerettet werden, bestehe zusätzlich noch die Gefahr einer Unterkühlung. „Die gerettete Person sollte auf jeden Fall mit Handtüchern, Decken oder trockener Kleidung gewärmt werden – am besten mit einer Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten im Auto“, erklären die Experten.

Die Johanniter empfehlen, alle zwei Jahre das Erste Hilfe-Wissen aufzufrischen. Nähere Informationen zu den Erste Hilfe-Kursen erhalten Interessierte bei den Johannitern in Stendal unter der Tel.: (03931) 58 90 930.  pm

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