Zwischen Baustelle und „fast fertig“

Johanniter-Anbau in Stendal bringt neuen Haupteingang und Patientenführung

Die Bauarbeiten im Anbau des Johanniter-Krankenhauses in Stendal schreiten voran. Während im Erdgeschoss noch viel zu tun ist, wirken die obersten Etagen quasi bezugsfertig.
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Die Bauarbeiten im Anbau des Johanniter-Krankenhauses in Stendal schreiten voran. Während im Erdgeschoss noch viel zu tun ist, wirken die obersten Etagen quasi bezugsfertig.

Stendal – Die derzeitige Baustelle am Johanniter-Krankenhaus zu betreten ist fast, als würde man einen Zeitrafferfilm vom Ausbau betrachten.

Während auf den unteren Etagen noch Säcke und Eimer mit Baumaterial auf dem Boden gestapelt sind, Trockenbauwände auf Europaletten den Weg versperren, lässt sich wenige Treppen weiter oben bereits erahnen, wie der Anbau bei Fertigstellung aussehen wird.

„Der Ausbau wurde von oben begonnen“, erklärt Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Schmidt dazu. Entsprechend wirken die Räume auf den oberen Ebenen schon „fast fertig“, auch wenn noch einige Arbeiten zu erledigen sind.

Von außen lasse sich der beständige Baufortschritt kaum beurteilen, bestätigt Stefan Pooch, Leiter Betriebstechnik im Krankenhaus, der als Vermittler zwischen Auftraggeber und den ausführenden Firmen fungiert. Schließlich sei die Fassade bereits seit gut einem Jahr fertig. Die Änderungen, die im Inneren vor sich gehen, sind aber für jeden Krankenhausbesucher von Bedeutung und nicht nur für die, die sonst das Frauen- und Kinderkrankenhaus an der Bahnhofsstraße aufsuchen wollten, und nach Fertigstellung die neuen Räume an der Wendstraße in Anspruch nehmen.

Mit dem Anbau soll auch die Infrastruktur des Krankenhauses verbessert werden. Bisher war es so, dass Besucher und Patienten denselben Eingang benutzt haben und von dort aus zu den jeweiligen Stationen geleitet wurden, um sich dort anzumelden. Dieses System soll einer zentralen Annahme mit neuem Haupteingang weichen, der in Richtung Nordwall ausgerichtet ist. Der Zugang bleibe jedoch über die Wendstraße, stellt Schmidt klar. Da die Orientierung in so großen Gebäuden mit vielen Funktionen für Ortsunkundige unübersichtlich sein kann, werde damit das „Service-Level“ steigen, berichtet Pooch. Die Notaufnahme soll jedoch ihren gewohnten Platz behalten. Auch für Besucher werde weiterhin der noch aktuelle Haupteingang genutzt, um die Ströme zu sortieren und übersichtlicher zu machen.

Weitere Änderungen gibt es bei der Intensivstation, die in das zweite Obergeschoss des Anbaus umziehen soll. Auf der gleichen Ebene wird auch eine Intermediate Care Station eingerichtet, die quasi als Übergang zwischen Intensiv- und Normalstation des Krankenhauses fungiert. Was aus der alten Intensivstation wird, sei noch nicht endgültig geklärt. Jedoch habe die aktuelle Pandemielage da einen neuen Denkanstoß geliefert. Derzeit werde darüber nachgedacht, eine Station einzurichten, die bei Bedarf schnell geräumt werden kann, um weitere Quarantänebereiche einzurichten.

Nach mehreren Verzögerungen soll der Neubau zum Ende des Jahres abgeschlossen werden. Der Umzug erfolgt dann in den Folgemonaten, damit der Betrieb zum Ende des ersten Quartals 2021 aufgenommen werden kann. Die Mehrkosten, die wegen der Bauverzögerungen eintreten, könnten noch nicht beziffert werden. Die genaue Summe hänge auch von den noch ausstehenden Gewerken ab.

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