Baptist Jann-Hendrik Weber (33) freut sich auf Oldenburg, neues Amt und Baby

Jesus und der Klapperstorch: Den Pastor zieht es weiter

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Jann-Hendrik Weber und Familie ziehen schon bald von Stendal nach Niedersachsen.

Stendal. „Die Aufgabe reizt mich sehr, ich freue mich auf sie. “ Jann-Hendrik Weber verlässt Stendal mit seiner Familie nach dreieinhalb Jahren wieder.

Der Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde mit 85 Mitgliedern wechselt nach Oldenburg und wird dort mit regionalen Aufgaben betraut. Als Landesjugendpastor kümmert sich der gebürtige Ostfriese ab 1. Mai in einem Gebiet, das gut 50 Gemeinden umfasst, um insgesamt mehr als 1000 Kinder und Jugendliche. „Ich darf noch einmal im Zeltlager schlafen, wie schön. In zehn Jahren würde ich mir einen solchen Job vermutlich nicht mehr so zutrauen“, meint der 33-Jährige im AZ-Gespräch mit Augenzwinkern.

Die Rolandstadt werde ihm in guter Erinnerung bleiben. „Man sagt ja immer, das erste Amt präge einen, insofern nehme ich vor allem Prägungen mit.“ Stendal sei „Zentrum auf dem platten Land“, das alles habe, was ein Mensch brauche, um sich wohlzufühlen: Theater, Kino, eine interessante Café- und Kneipenkultur, die vielleicht nur noch von der in Tangermünde übertroffen werde. Erste Einblicke in die Arbeit an der kirchlichen Basis sammelte Weber in Stendal bereits 2008. Studium, Praktikum, Führungsposition: Der Vater eines sechsjährigen Mädchens hat seinen Weg gefunden.

Ein Wechsel wie dieser sei in seinem Berufsfeld nichts Ungewöhnliches. Allerdings dürfte Stendals traditionsreicher Baptistengemeinde nun wieder eine Zeit des Wartens bevorstehen. Bereits vor Webers Ordination mussten die Gemeindemitglieder jahrelang ohne Pastor auskommen. „Das wird wahrscheinlich auch dieses Mal nicht anders sein. Doch diese Gemeinde ist ungewöhnlich aktiv und kann aus sich heraus auch so vieles leisten“, glaubt der Baptist der in Gedanken bereits die Koffer packt.

„Ich werde diese Stadt und die Menschen hier nicht vergessen.“ Zumal er seine Finger regelrecht in Stendals Erde gegraben habe. „Der Pachtgarten in Stadtsee hat uns viele schöne Stunden und angenehme Begegnungen beschert“. Da spreche er sicherlich auch für seine Ehefrau Manuela, eine Grundschullehrerin. Und nun die neue Herausforderung. Die Vorfreude auf die nächsten Monate sei auch deshalb groß, weil die Familie weiteren Nachwuchs erwarte. Das baldige Schulkind Clara wird große Schwester. „Ende Mai dürfte es so weit sein, ein wichtiges, tolles Ereignis zwischen all den Umzugskartons“, sagt Weber und eilt zum nächsten Termin.

Von Marco Hertzfeld

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