Tödliche Brautschau auf der Landstraße

Jägerschaft Stendal warnt vor Wildunfällen

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Jedes sechste Reh stirbt mittlerweile im Straßenverkehr, sagt Jägerschafts-Sprecher Siegfried Holzinger. Er warnt vor der anbrechenden Brautschau der Tiere.

kah Altmark. „Rechts vor Links“ kennen Rehe nicht. Darauf weist Siegfried Holzinger, Pressesprecher der Jägerschaft, Stendal zu derzeitigen Wildunfällen hin. Er und seine Jägerkollegen beobachten derzeit viele Unfallmeldungen mit Wildtieren.

Gründe für viele Wildunfälle sehen sie im Anbau von Nutzpflanzen, die für mehr Tiere sorgen. Und derzeit beginnt außerdem die Brautschau vieler Wildtiere.

Auch der morgendliche Berufsverkehr fällt in in die aktive Zeit der Wildtiere. Dabei sei die Unfallgefahr auf Straßen entlang der Wald-Feldkante besonders hoch. Im Falle eines Wildunfalls suchen Jäger mit Hunden die verletzte Tiere.

Forderungen nach höheren Abschusszahlen, um zunehmende Wildunfälle zu vermeiden, greife zu kurz, so Holzinger. Ein wichtiger Punkt sei auch der zunehmende Anbau von Pflanzen wie Raps oder Mais sorge auch für mehr Nahrung. In den vergangenen 40 Jahren sei die Zahl des erlegten Schalenwildes um 130 Prozent gestiegen.

In den nächsten Wochen gehen besonders Rehböcke auf „Brautschau“.

Die treiben die Ricken beim Flirt häufig über größere Strecken durch Wald, Flur und über Straßen. Ihren Höhepunkt erreicht die Paarungszeit im Juli bis August. Und das hat Folgen: „Jedes sechste Reh wird nicht vom Jäger erlegt, sondern stirbt bei Verkehrsunfällen“, so Holzinger.

Die Jäger Stendals raten nun, dass man gerade in der Nähe von Wald den Fuß vom Gas nehmen sollen. Weitere Tipps: Bei Wild auf der Straße abblenden, kontrolliert abbremsen und hupen. Wenn Wild plötzlich auf die Straße springt, Lenkrad festhalten und bremsen. Holzinger: „Ein kontrollierter Zusammenstoß ist besser als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver.“

Von Kai Hasse

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