Zukunft dieser Zooanlage weiterhin unklar

Stendal: Isegrim stirbt im Tiergarten allmählich aus

Isegrim ist in Stendals Tiergarten immer seltener geworden. Diese Aufnahme stammt aus dem Sommer 2019.
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Isegrim ist in Stendals Tiergarten immer seltener geworden. Diese Aufnahme stammt aus dem Sommer 2019.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Stendal – Die Tage von Isegrim im Stendaler Tiergarten scheinen tatsächlich gezählt. Ein einsames männliches Tier dreht im Gehege noch seine Runden, mal mehr, mal weniger.

„Der Wolf wird in der Anlage verbleiben, solange es ihm gesundheitlich möglich ist“, teilte ein Stadtsprecher kürzlich auf AZ-Nachfrage mit. „Aus fachlicher Sicht der Tiergartenleiterin kann man für ein so altes Tier keinen Partner mehr finden. “ Und weiter: „Über die zukünftige Nutzung der Anlage gibt es tiergartenintern noch keine Überlegungen.“

Wer es genau wissen möchte: Der Rüde wurde am 24. Mai 2007 geboren und wird demnach bald 14 Jahre alt. Wölfe können es in freier Wildbahn auf bis zu zwölf Jahre bringen, in Gefangenschaft auf 15 und unter Umständen noch auf das eine oder andere Jahr mehr. Zumindest zeitweise lebten deutlich mehr Wölfe in den Gehegen am Stadtsee, Ende März 2020 ließen die Verantwortlichen eine Fähe einschläfern. Begründet wurde dies mit dem hohen Alter des Weibchens, es wurde 14 Jahre alt (die AZ berichtete).

Die ältesten Angaben zur Wolfshaltung in Stendal stammen aus Bestandsbüchern des Jahres 1986, damals liefen zwei Alttiere durchs Gehege und dazu fünf Jungtiere. Die Kommunalpolitik wartet auf ein aktuelles Zookonzept, die Einrichtung soll noch attraktiver werden. Tiergärten sind Freizeitstätten, dienen aber nicht zuletzt Artenschutz und Arterhalt. Inwieweit und warum in Stendal ausgerechnet weiterhin der Wolf hinter Gittern dazugehört, wird sich zeigen. Isegrim in freier Natur kehrt längst in alte Reviere zurück und hat sich neue erobert.

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