Kinder-Wünsche durchs Sprachrohr

Interessen der Jüngsten: Verein „KinderStärken“ kümmert sich in Stendal

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Freut sich über den Zuschlag: Janine Rösicke arbeitet für den Verein KinderStaerken und will vor allem jungen Menschen als Sprachrohr dienen.

Stendal – Egal ob Schulbau, Kita-Erneuerung oder Spielplatz-Sanierung: Kinder sollen künftig besser in kommunale Entscheidungsprozesse der Hansestadt Stendal eingebunden werden.

Helfen soll dabei Janine Rösicke vom Verein KinderStärken, die Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen künftig als eine Art Sprachrohr dienen möchte.

Das Amt der Interessensvertretung bekam der Verein zum 1. Juni übertragen. Und obwohl KinderStaerken der einzige Bewerber war, – sechs Organisationen und Vereine waren angeschrieben worden – ist die Freude über den Zuschlag riesig, wie die AZ im Gespräch mit der Projektleiterin erfährt.

Es sei wichtig, dass jemand die Belange der Kinder im Blick behält, sagt Rösicke. „Gerade auch bei Maßnahmen, die den Nachwuchs auf den ersten Blick erstmal nicht betreffen.“ Mit KinderStärken dürfte die Hansestadt den richtigen Partner für das Projekt Kinder- und Jugendbeteiligung gefunden haben. Denn der Verein hat im vergangenen Jahr bereits intensive Forschungsarbeit geleistet, die der Interessensvertretung als Grundlage dienen soll.

Gemeinsam mit Madeleine Jung, ebenfalls vom Verein KinderStärken, hatte Rösicke im Auftrag der Hansestadt zahlreiche Interviews, Fragebögen und Workshops initiiert. So konnten sie bereits Einblicke in die sozialen Einrichtungen der Stadt gewinnen und mit Mitarbeitern ins Gespräch kommen. „Ich bin froh, dass die Stadt für die Evaluierung Geld in die Hand genommen hat“, sagt Rösicke, die den Großteil der neu geschaffenen 40-Stunden-Stelle übernimmt.

Ziel der Interessensvertretung soll sein, sich mit den Interessen und Bedarfen von Kindern und Jugendlichen kontinuierlich auseinanderzusetzen, um diese in die Planung und Entwicklung der Stadt einfließen zu lassen. Auch sollen Prozesse der Kommune verständlicher gestaltet werden.

Um die Beteiligung von jungen Menschen in Stendal rechtlich zu verankern, steht der Verein KinderStaerken im regen Austausch mit der Stadtverwaltung. Die Zusammenarbeit funktioniere bisher „sehr gut“, lobt Rösicke. Für den Monat Juni stehen noch einige Kennenlern-Aktionen auf dem Plan, etwa am 15. Juni an der Stendaler Ladenzeile (Adolph-Menzel-Straße) zum „Tag der offenen Gesellschaft“, beim Rolandfest am 16. Juni, beim Hochschulsommerfest am 19. Juni sowie beim Familienfest des Kinderschutzbundes am 27. Juni.

Angelegt ist das Projekt der Kinderinteressensvertretung für zwei Jahre. „Ich kann mir bei positiver Resonanz aber durchaus vorstellen, das Projekt weiter zu führen“, sagt Rösicke. Es bleibt zu hoffen, dass die Bemühungen, junge Menschen besser zu integrieren, nicht ins Leere führen.

Denn vor rund einem Jahrzehnt ist der Versuch eines Jugendparlamentes in Stendal bereits gescheitert – nach AZ-Informationen aufgrund von mangelndem Interesse vonseiten der Jugendlichen. „Es ist an der Zeit einen neuen Anlauf zu starten“, ist Rathaussprecher Philipp Krüger überzeugt und hofft auf ausreichend Engagement.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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