Nach Gewalt gegen Ex-Freundin muss Stendaler (32) für drei Jahre und vier Monate ins Gefängnis

Intensivtäter kommt hinter Gitter

  • VonCharlotta Spöring
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Stendal. Er hatte seine Opfer verfolgt und eingeschüchtert, bedroht und geschlagen. Jetzt muss er für seine Taten geradestehen. Der 32-Jährige G. aus Stendal wurde bereits am 7.  November vom Landgericht zu zehn Monaten Haft verurteilt.

Doch das ist längst nicht alles. G. gilt als Intensivtäter, der bereits vor 13 Jahren seine erste Haftstrafe verbüßt hat. Wegen zahlreicher Straftaten hat sich das Gericht für mehrere Gesamtstrafen entschieden, um den Überblick über die prall gefüllte Akte zu behalten.

Zumeist ging es dem 32-Jährigen um seine Ex-Freundin. Das Aus der Beziehung hatte er nicht akzeptieren wollen, weshalb er die junge Frau immer wieder aufsuchte und einschüchterte. Als er sie ins Gesicht schlug, erwirkte die Verflossene eine einstweilige Verfügung, nach der sich der Angeklagte ihr bis zu einer Verhandlung im Mai nicht nähern durfte. In insgesamt sechs Fällen missachtete der Angeklagte den Beschlusss.

Einem weiteren Mann lauerte der Angeklagte mehrfach auf, da er diesen verantwortlich dafür machte, seinen Job verloren zu haben. So seien seinem damaligen Arbeitgeber Gerichtsunterlagen zugespielt worden, woraufhin die Kündigung folgte. Aus Frust über den verlorenen Job lauerte er dem später Geschädigten im Februar am Stendaler Bahnhof auf, denn der Mann war auf dem Weg zur Arbeit. Bereits mehrfach hatte G. ihn eingeschüchtert, doch an diesem Tag reichten ihm Worte nicht aus. Mindestens zweimal schlug der Angeklagte seinem Opfer heftig ins Gesicht, woraufhin dieser starke Schmerzen erlitt und nicht mehr fähig war, seiner Arbeit nachzugehen.

„Ich habe G. sehr motiviert erlebt, etwas an seinem Zustand zu ändern“, erzählte seine Bewährungshelferin von ihrem ersten Eindruck des Angeklagten. Doch im April sei G. auf sie zugekommen und habe ihr von seinen jüngsten Straftaten berichtet. Seit Beginn seiner Arbeitslosigkeit sei der Angeklagte in einen starken Alkoholkonsum hineingerutscht, weiß die Bewährungshelferin. Gemeinsam wandten sich die beiden an eine Suchtberatungsstelle. Auf die Frage des Richters, ob die Suchtbekämpfung erfolgreich gewesen sei, schüttelte der Stendaler den Kopf. Seine Begründung: „Was bringt mir das, wenn ich eh in Haft komme?“ Die Berufungskammer verurteilte G. unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer nachträglichen Gesamtfreiheitsstrafe von 14 Monaten. Auf vorherige Verurteilungen addiert, muss der 32-Jährige nun für drei Jahre und vier Monate in Haft.

Von Charlotta Spöring

Rubriklistenbild: © dpa

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