Staatssekretäre bei der Ortschaftsratssitzung / Schwierige Suche nach neuer Unterkunft für ehemals Sicherungsverwahrte

Insel: Erstmals miteinander geredet

Das Feuerwehrgerätehaus war überfüllt, als am Donnerstagabend zwei Vertreter der Landesregierung den Einwohnern Rede und Antwort standen. Foto: Weisenburger

twe Insel. Falls es bislang nur an der Kommunikation gelegen haben sollte, dann hat die zur Einwohnerversammlung umfunktionierte Ortschaftsratssitzung in Insel etwas gebracht.

Denn schließlich redeten am Donnerstagabend Einwohner und Vertreter der Landespolitik in Person der Staatssekretäre für Justiz Eberhard Schmidt-Elsäßer (SPD) und Inneres Ulf Gundlach (CDU) erstmals direkt miteinander. Bislang hatten sie zum Fall der beiden in Insel lebenden ehemaligen Sexualstraftäter nur über die Medien miteinander kommuniziert. Auch deshalb hatte sich bei den Inselern einiger Groll angestaut, der sich im überfüllten Feuerwehrgerätehaus lautstark entlud.

Den Ton hatte zu Beginn Ortsbürgermeister Alexander von Bismarck vorgegeben. Die Bevölkerung sei stinksauer, weil sie das Gefühl habe, nicht ernstgenommen zu werden. Und weiter an die Adresse der beiden Landespolitiker: Aggressionen und Emotionen könnten abgebaut werden, wenn man das Gespräch suche. Das taten die Beiden denn auch, doch die Botschaft war am Ende nicht wirklich die, welche die Inseler hören wollten. „Es sind zwei freie Männer, die ihren Wohnort selbst festlegen können.“

Doch das ist nicht das Problem, denn die beiden ursprünglich aus Baden-Württemberg stammenden Männer wollen das Dorf wieder verlassen. Das hätten sie ihm versichert, sagte der Staatssekretär, und er sei davon überzeugt, dass sie es dieses Mal ernst meinten. Doch: „Wir werden noch etwas Zeit brauchen.“ Zwar bemühe sich das Land, eine geeignete Unterkunft zu finden, doch das sei nicht einfach. Auf 22 Anfragen gab es bislang 22 Absagen. Schmidt-Elsäßer: „Sie helfen uns dabei, wenn es hier in Insel ruhig bleibt“ – ein Wunsch, der zumindest an diesem Abend Unmut unter den Einwohnern hervorrief. Warum, das sagte der Ortsbürgermeister. Die Inseler könnten sich nicht zurückziehen, denn das würde bedeuten, dass sie mit der Situation einverstanden seien. Ob aber die Demonstrationen wieder aufleben, das sagte er nicht.

Drastische Worte hingegen fand von Bismarck zur Initaitive des ehemaligen Bürgerrechtlers Hans-Jochen Tschiche, der mit anderen einen Aufruf zur Mäßigung in Insel verteilt hat. Diesen „Trittbrettfahrern“ müsse man das Handwerk legen, so der Ortschef. Falls an diesem Abend Unterstützer des Briefes da waren – nach diesen Worten sagten sie nichts mehr.

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