Wegen zweifacher Falschaussage verurteilt / Beschuldigte legt am Landgericht Berufung ein

Insel-Demonstrantin vor Gericht

Stendal / Insel. „Was willst du Spasemacke denn von mir?“ Mit diesem Satz soll ein Inseler am 22. Januar 2013 einen Polizisten beleidigt haben. Für die rüde Wortwahl wurde der Inseler in einem gesonderten Verfahren bereits zu einer Geldstrafe von 150 Euro verurteilt.

Die Beleidigung stand gestern auch beim Auftakt eines Berufungsverfahrens am Landgericht im Vordergrund. Jedoch saß nicht der Beleidiger selbst auf der Anklagebank, sondern die 51-jährige Angela H. Sie soll in dem Beleidigungsverfahren bei der Polizei und am Amtsgericht als Zeugin falsch ausgesagt haben.

Aus dem Gericht

Hintergrund des Zwischenfalls war eine als „Spaziergang“ gekennzeichnete Kundgebung wegen der zwei in Insel lebenden ehemaligen Sexualstraftäter. Immer wieder demonstrierten Bürger der 400-Seelen-Ortschaft für deren Wegzug. Am 22. Januar kontrollierte die Polizei den Ablauf der Demo, an der neben rund zehn anderen Beteiligten auch die Beschuldigte teilnahm. Wegen einer vermeintlich auf die Beamten gerichteten Kamera kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Polizei und Demonstranten. Dabei soll es auch zu der Beleidigung gekommen sein.

„Sie hat gesagt, dass sie daneben stand und nix gehört hat“, gab der als Zeuge geladene Polizeiobermeister S. gegenüber dem Vorsitzenden Richter Christian Hachtmann zu Protokoll. Sowohl S. als auch ein weiterer Polizeibeamter konnten sich an den Wortlaut der Beleidigung vor zweieinhalb Jahren erinnern.

Das Stendaler Amtsgericht befand sie der Falschaussagen bereits für schuldig und verurteilte Angela H. im Oktober 2014 zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 40 Euro, insgesamt 2800 Euro. In der gestrigen Verhandlung wollte sich die Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen äußern.

Von Mike Höpfner

Rubriklistenbild: © dpa

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