Premiere im Gemüsebeet

Erste „Ackerdemie“ im Landkreis Stendal – Thema Wertschätzung der Natur

Schüler knien auf dem Boden und pflanzen Salat.
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Gartenarbeit als Unterrichtsfach: In diesem Beet herrscht geschäftiges Treiben.
  • vonStephan Ernst
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Eine Premiere: Die Stendaler Pestalozzischule ist die erste Ackerschule im Landkreis Stendal. Sie ist damit Vorreiter beim Thema Wertschätzung der Natur und für Nachhaltigkeit im Norden Sachsen-Anhalts.

Stendal - Mit dem Ziel, Wissen und Werte zu vermitteln, um nachhaltig eine verträgliche Zukunft zu gestalten, holten sich die Jungen und Mädchen der Stendaler Pestalozzischule die „Gemüse-Ackerdemie“ des Landes Sachsen-Anhalt in ihren Schulgarten. Mit Theorie und Praxis für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln begann das Projekt in den Wintermonaten. In der Vor-Ackerzeit von Januar bis April, der ersten Programmphase, drehte sich alles um die organisatorische und inhaltliche Vorbereitung.

Der Salat muss in die Erde. Im Rahmen regelmäßiger Doppelstunden wird das Wachstum später kontrolliert.

Die Lehrerinnen nahmen an Fortbildungen teil und erhielten Informationsmaterial. Den Nachwuchs-Gärtnern vermittelten sie dann einen ersten Einblick in die Themen Gemüseanbau, biologische Vielfalt sowie Bodenfruchtbarkeit. Die „Gemüse-Ackerdemie“ kümmerte sich um die Saat- und Pflanzgutbestellung.

Mit viel Liebe zum Detail bereiteten die Schüler der Stendaler Pestalozzischule ihre Garten-Premiere vor.

Letzten Dienstag begann dann die Ackerzeit (April bis Oktober) und es ging endlich in den Schulgarten, um die Saaten und Pflanzen in die Erde zu bringen. Eigentlich wuselt es nur so im Schulgarten, doch wegen der aktuellen Bestimmungen zur Pandemie-Eindämmung waren nur wenige Kinder da. Mit viel Engagement und Liebe hoben die Fünft- und Sechstklässler die Löcher mit Handschaufeln aus. Sie wurden zunächst mit Wasser befüllt und später mit Setzlingen versehen.

Gleichzeitig erfahren die Kinder auf praktische Weise, wo Lebensmittel herkommen, wieviel Arbeit im Gemüseanbau steckt und welche Bedeutung die Natur als Lebensgrundlage hat. Nach der Bepflanzung des Schulgartens gehe es pro Woche eine Doppelstunde auf den Acker, erfuhr die AZ bei diesem Ortstermin.

Elisabeth Gernert (r., stehend) ist Acker-Coach und leitet die Schüler in der neueröffneten „Ackerdemie“ an.

Die Kinder pflanzen, pflegen, ernten und vermarkten ihr Gemüse selbst. Unterstützung gibt es weiterhin in Form von konzipiertem Bildungsmaterial, Fortbildungen, wöchentlichen Newslettern und persönlicher Betreuung von der „Gemüse-Ackerdemie“. In der Nach-Ackerzeit (Oktober bis Dezember) wird dann ein Blick „über den Ackerrand“ geworfen. Nach dem Erntedankfest liefert das Stichwort AckerGlobal zahlreiche Anregungen zu weiterführenden Unterrichtsthemen wie Lebensmittelverschwendung und Sortenvielfalt. Mit Praxisbezug, Alltagsrelevanz und Begeisterung sollen die Neugier aufrecht erhalten und Denkprozesse angeregt werden.

Dies alles soll die Schüler ermutigen, sich als wertvolle und verantwortungsvolle Gestalter einer nachhaltig handelnden Gesellschaft zu beweisen, heißt es von der „Gemüse-Ackerdemie“. (Ute Krug)

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