Investition

Ogema Stendal erwacht zu neuem Leben

Die graue Fassade einen neuen Wohnblocks.
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Die 80 in der ehemaligen Ogema-Konservenfabrik entstandenen Mietwohnungen sind fast bezugsfertig. Jetzt geht es an die Gestaltung der Außenanlagen.
  • vonStephan Ernst
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Bald soll auf dem früheren OGEMA-Gelände buchstäblich wieder Leben einziehen. Lebendig ging es auf dem Geländer der ehemaligen Konservenfabrik in den vergangenen Jahren schon zu. Seit 2017 entstanden in der Industriebrache Mietwohnungen. Exklusiv für AZ-online präsentiert Investor Ricardo Henkelmann das Ergebnis.

Stendal – Rund 25 Jahre lang standen die Gebäude leer. Ende 2016 erwarb die Altmark Vermögensverwaltung GmbH AVV das Areal. Wenige Monate später war Baubeginn. Zunächst galt es, das Areal von Unrat zu befreien und Baufreiheit zu schaffen. Dabei kam manch Skurriles aus DDR-Zeiten zu Tage. In einigen Räumen war der Boden mit Senfkörnern bedeckt. Schließlich wurden dort viele Jahre lang Konserven produziert. Auch Parolen zum 1. Mai, dem Kampftag der Arbeiterklasse, fanden sich.

Gehobenen und zeitgemäßen Komfort bieten die 80 Wohnungen, die alle unterschiedlich zugeschnitten sind. Trotz Marmor und Fußbodenheizung bezeichnet Investor Ricardo Henkelmann die Mieten als „bezahlbar.“

Die Arbeiten seien weitgehend problemlos über die Bühne gegangen und eine vierjährige Bauzeit normal. „Ohne Corona wären wir vielleicht ein halbes Jahr früher fertig geworden“ sagt Bauherr Henkelmann. Altlasten traten in dem einstigen Lebensmittelbetrieb zum Glück nicht zu Tage. Nur aus der geplanten Tiefgarage wurde aus technischen Gründen nichts. Für die Fahrzeuge der künftigen Mieter werden auf dem Hof Abstellmöglichkeiten geschaffen. Auch an den Nachwuchs wurde gedacht. Auf dem insgesamt rund 23 000 Quadratmeter großen Gelände entsteht ein Kinderspielplatz.

Mit den zuständigen Ämtern habe er sich zusammengerauft. Insgesamt hätten sie das Projekt positiv begleitet, lobt der Investor die konstruktive Zusammenarbeit. Für ein Projekt wartet er noch auf grünes Licht: Gern möchte er eine Intensiv-Pflegeeinrichtung mit 15 Plätzen in das Haus integrieren. Die baulichen Voraussetzungen seien vorhanden und der Bedarf dafür in Stendal groß. Die Umnutzung der ursprünglich als Gewerbeflächen vorgesehenen Räume müsse aber noch genehmigt werden.

Der alte und den Stendalern vertraute Schriftzug wird erhalten bleiben und in die Gebäudesubstanz sinnvoll integriert.

Alt und Jung werden in der früheren „Kompott-Bude“ künftig unter einem Dach leben. Egal ob Single oder Familien, das Interesse an den 80 Wohneinheiten sei überwältigend, berichtet Henkelmann. Das Besondere: Keine der 45 bis 150 Quadratmeter großen Wohnungen gleicht der anderen. Fast jede hat einen Balkon oder Terrasse. Zur edlen Ausstattung gehören Fußbodenheizung und italienischer Marmor. Dennoch halte sich die Miete in Grenzen.

Im April/Mai werden die ersten Schlüssel übergeben. Derzeit gehen letzte Innenarbeiten, zum Beispiel an den Fluren, über die Bühne. Dann steht die abschließende Außengestaltung an. Einige der historischen Hinterlassenschaften, wie alte Fensterrahmen und Treppengeländer, lässt Henkelmann ins fertige Objekt integrieren. Auch die alte Werksuhr und der markante Schriftzug an der Straßenseite sollen wieder ihren Platz finden. Schließlich steht OGEMA in Stendal für eine lange Tradition. (Christian Wohlt)

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