Zukunftsmusik gefällt nicht jedem

Immobilienstiftung plant große Veränderungen in Vinzelberg

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Vor 13 Jahren feierte Vinzelberg seinen 1000. Geburtstag. Sollte die Stiftung aus Bielefeld/Gütersloh von den Behörden grünes Licht bekommen, könnten hier ein Supermarkt sowie zahlreiche neue Wohnungen entstehen.

Vinzelberg – Die Immobilienstiftung „Home & Car Energie Solution“ (HCES) aus Bielefeld/Gütersloh hat ein Auge auf Vinzelberg geworfen.

Vinzelberg – Die Immobilienstiftung „Home & Car Energie Solution“ (HCES) aus Bielefeld/Gütersloh hat ein Auge auf Vinzelberg geworfen. Der Stendaler Ortschaft könnten große Veränderungen bevorstehen: Im Gespräch sind mehrere Wohnanlagen, eine Arztpraxis, eine Kanzlei sowie ein Supermarkt.

Doch die Stiftung hat sich mehr als den Bau von Immobilien auf ihre Fahnen geschrieben. Umweltschutz zum Beispiel. In allen Projekten setzt die Stiftung, die sich noch in der Gründungsphase befindet und voraussichtlich ab dem 1. September offiziell handlungsfähig ist, auf eine ökologische Bauweise mit eigener Energieproduktion für das eingebaute Strom- und Heizsystem, übrigens bundesweit. „Selbstversorgerprinzip“ nennt dies Olaf Finger, Generalbevollmächtiger der Stiftung. Auch das Thema E-Mobilität ist für HCES ein großes, was das Wort „Car“ im Stiftungsnamen erklärt. Alle Stellplätze an den geplanten Wohnungseinheiten sollen Ladestationen für Elektro-Autos bekommen.

In der Stendaler Ortschaft habe die Stiftung bereits einige Quadratmeter Baugrund erworben oder sei zumindest in Verkaufsgespräche verwickelt, berichtet Finger der AZ. Aber warum gerade Vinzelberg? „Es gibt hier viel Platz und ich sehe in der Ortschaft großes Potenzial“, lässt der Bevollmächtigte wissen. Und: Man will „ein neues, ein moderneres Vinzelberg“ schaffen.

Die Stiftung will in vier Abschnitten vorgehen. Im ersten Schritt ist eine Eigentumsanlage mit acht Wohneinheiten, einer Kanzlei oder Arztpraxis sowie einem Büro geplant. Dieser Abschnitt befinde sich in der Vorbereitung für die Einreichung des Baugenehmigungsverfahrens, berichtet Finger. Der Abbruch des Altobjektes, es handelt sich AZ-Informationen zufolge um einen ehemaligen Hotelbau, erfolge voraussichtlich noch im November dieses Jahres. Der zweite Bauabschnitt beinhaltet die Errichtung einer Wohnanlage mit 30 Wohneinheiten.

Im dritten Bauabschnitt plant HCES die Errichtung eines Supermarktes. Zwei von drei dafür benötigten Flächen seien dafür schon erworben worden. Der Eigentümer des dritten Grundstücks sei bislang für einen Verkauf nicht bereit. „Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, berichtet Finger. Sollten die Verhandlungen den gewünschten Erfolg bringen, so sei ein Edeka- oder ein Rewe-Markt in privater Hand durchaus vorstellbar, so der Informant.

Der vierte und letzte Bauabschnitt dreht sich um altersgerechtes Wohnen. So möchte die Stiftung eine Seniorenanlage bauen, in der künftig 40 Bewohner ein Zuhause finden sollen. Zehn Plätze sollen Schwerstpflegefällen vorbehalten sein.

Apropos altersgerecht: Eine weitere Säule der Stiftung ist die Umsiedlung von Personen ab 50 Jahren. Das Prinzip erklärt Finger wie folgt: „Ich nenne es die Besserstellung älterer Herrschaften. Viele Einzelpersonen oder Paare leben nach dem Auszug ihrer Kinder in viel zu großen Häusern, deren Pflege sie finanziell oder körperlich bedingt nicht bewerkstelligen können. Diese Menschen haben die Möglichkeit, die Immobilie an unsere Stiftung zu übertragen. Im Gegenzug bekommen sie von uns eine lastenfreie Immobilie überschrieben, natürlich notariell beglaubigt“, so der Generalbevollmächtige. In diese Eigentumswohnung müsse nicht mehr investiert werden, es würden lediglich geringe Nebenkosten anfallen.

Von der Stiftung ist zu erfahren, dass schon einige Bürger Interesse bekundet hätten. Allerdings, räumt Finger ein, rege sich innerhalb der Ortschaft Vinzelberg auch Widerstand gegen die Pläne.

Schon im August will die Immobilienstiftung ihre ersten beiden Bauprojekte in Angriff nehmen. Eine Stellungnahme vonseiten der Stadtverwaltung war gestern Nachmittag noch nicht zu bekommen, da dem Planungsamt das Projekt noch nicht vorgestellt wurde, teilt Stadtsprecher Philipp Krüger auf Anfrage mit. Ein gemeinsamer Besichtigungstermin sei aber für den 16. August geplant.

„Wir suchen auch in der Region Testobjekte und Kunden, die nach den genannten Kriterien neu bauen wollen und die bereit sind, ihre Objekte dann als Musterhäuser zur Verfügung zu stellen“, startet Finger einen Aufruf. Für Rückfragen ist er unter der Emailadresse 47F11IHCES@web.de erreichbar.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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