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Immer mehr junge Komasäufer

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Symbolfoto © dpa

Stendal. Trinken bis der Arzt kommt: In Sachsen-Anhalt ist die Zahl jugendlicher Komasäufer erneut gestiegen. Im Jahr 2012 kamen 569 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.

„Gefühlt waren es sehr wenige“, sagte Thomas Miehe, Pressesprecher des Stendaler Johanniter-Krankenhauses, der sich auf Anfrage der Altmark-Zeitung immerhin gesprächsbereit zeigte. Genauere Angaben, wie viele Jugendliche in Stendal wegen übermäßigen Alkoholkonsums eingeliefert, behandelt oder stationär aufgenommen wurden, könne er nicht machen. Dazu war auch nicht Dr. Hans-Peter Sperling, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik Stendal, bereit, der laut Miehe ein Gespräch zu diesem Thema rundweg ablehnte.

„In der bisherigen Statistik fehlen noch die Kinder und Jugendlichen aus Sachsen-Anhalt, die im vergangenen Jahr in den anderen Bundesländern behandelt wurden“, erklärt Steffi Steinicke, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Sachsen-Anhalt. „Deshalb wird die endgültige Zahl jugendlicher Komasäufer im Land noch höher liegen.“ Angesichts dieser Entwicklung setzt die Krankenkasse auch 2014 die Aufklärungskampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ in Sachsen-Anhalt fort.

Nach bislang unveröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes stieg die Zahl der Betroffenen in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu 2011 um neun Prozent an. Bei den zehn- bis 15-Jährigen kamen 2012 insgesamt 119 Rauschtrinker in die Klinik, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um elf Prozent bedeutet.

Gleichzeitig gab es in der Altersgruppe von 15 bis unter 20 Jahren einen deutlichen Anstieg beim Alkoholmissbrauch. Hier stieg die Zahl der Betroffenen nach Angaben der DAK-Gesundheit um fast 16 Prozent von 388 auf 450 Jugendliche und junge Erwachsene. Von den Betroffenen in dieser Altersgruppe waren 303 männlich, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 15 Prozent bedeutet. 147 Rauschtrinker waren weiblich. Dies sind 28 Prozent mehr als 2011.

Kommentar, Seite 2

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