Immer mehr Ausländer wollen in eine eigene Wohnung

200 Asylbewerber kommen noch 2014

132 Ausländer wollen in eine Wohnung, 41 davon erfüllen die Voraussetzungen für einen Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft.

Stendal. 269 Ausländer leben derzeit in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) des Landkreises am Möringer Weg in Stendal, ca. 200 weitere werden in diesem Jahr dazu kommen. 132 Ausländer wollen aktuell raus aus der GU, sprich in eine Wohnung wechseln.

Dafür stellt der Landkreis die Weichen, hat mit den Großvermietern vornehmlich der Stadt Stendal gesprochen. „Wir wollen nicht ganze Aufgänge in den Wohnblöcken mit Ausländern belegen, vielmehr wollen wir sie integrieren“, betonte Landrat Carsten Wulfänger gestern im Rahmen eines Pressegespräches. Und fügte hinzu, dass auch ein soziales Umfeld zur Integration gehöre.

Der Landkreis Stendal hat ein Konzept, dass all das berücksichtigt – neben der Wohnraum-Akquise eben auch die Hilfe durch Sozialarbeiter vor Ort. Klar ist aber auch: Nicht jeder, der von der GU in eine Wohnung wechseln will, kann das auch tun. Zunächst sind gewisse Fristen einzuhalten, und ausziehen kann auch nur, wessen Asylverfahren positiv ausgegangen ist, sprich wer eine Aufenthaltsgenehmigung hat. Das ist zum Beispiel bei sieben Familien (39 Personen) und drei Einzelpersonen, die einen Antrag auf Auszug aus der GU gestellt haben, nicht der Fall. Einige werden abgeschoben, andere müssen noch eine Zeitlang in der GU bleiben, weil Fristen nicht abgelaufen sind.

Zwei Familien mit acht Personen und ein so genannter Alleinreisender haben bereits einen Wohnsitz außerhalb der GU bezogen, zwei weitere Familien (13 Personen) werden demnächst ausziehen, bilanzierte Beigeordneter Sebastian Stoll gestern weiter.

Auf Nachfrage sagte der Landrat, dass auch soziale Träger im Boot seien, um die Integration zu fördern. So gebe es Hausaufgabenhilfen für die Kinder, eine Art Hortbetreuung, das DRK biete Gesprächsrunden an und die Volkshochschule hilft mit Sprachkursen.

Die Ausländer im Landkreis Stendal kommen aus mehr als zehn Nationen, vornehmlich aus Russland und den umliegenden Staaten, Syrien sowie aus dem Iran und Irak.

Von Ulrike Meineke

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