Gemeinsamer Kochabend belebt Gasthaus „Zum Schmied“ in Iden

„Immer etappenweise“

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Manar (v.l.), Sana und Naval kochten am Sonnabend im ehemaligen Idener Gasthaus „Zum Schmied“ eine Suppe nach syrischer und einer nach kurdischer Rezeptur.

Iden. 55 Menschen bevölkerten am Sonnabend das ehemalige Idener Gasthaus „Zum Schmied“ und brachten sprichwörtlich „Leben in die Bude“. 45 von ihnen sind „neue Nachbarn“.

Kinder spielten vergnügt miteinander und rannten vor dem gemeinsamen Mahl immer wieder vom Gastraum in die Küche. Dort hatten die Frauen das Sagen. Die Deutsche Thea an ihren Töpfen, Manar, Sana und Naval an den anderen. Drei Suppen blubberten lecker duftend auf den professionellen Kochstellen. Zwischendurch wurden immer wieder die Löffel zum Probieren herum gereicht. Deutsche Rindersuppe mit Lauch, Sellerie und als Besonderheit „Markknödel“, die auch das Innere der Knochen des Tieres verwerteten, stand in duftender Konkurrenz zu einer syrischen Rindersuppe und einer kurdischen Hühnersuppe. Kartoffeln, Zwiebeln, Wasser, Rindfleisch, Joghurt und sieben Gewürze – Piment, Zimt, Ingwer, schwarzer Pfeffer, Muskat, Nelken und Mahlab – gehörten in die Erstgenannte. Hühnerfleisch, rote Linsen, Margarine, Salz in die andere Suppe.

22 Flüchtlinge, größtenteils Familien mit Kindern, sind seit Donnerstag „neue Nachbarn“ in Iden. Das Gasthaus soll auch weiterhin Ort der Begegnung sein und vor allem für den Deutschunterricht genutzt werden. „Immer etappenweise“ gehe es voran, sagte Tina Schulze, Mitinitiatorin des Helferkreises der AZ. Eine gefühlte Leichtigkeit wie an jenem Kochabend ist nicht immer herzustellen. Wenn eine Sozialarbeiterin 180 Menschen betreuen soll und Kinder zum Arzt müssen.

Von Alexander Postolache

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