Tierheim-Chefin Antonia Freist gibt Tipps, wie Haustiere am besten vor Hitze geschützt sind

„Immer ausreichend Wasser“

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Nicht alle Tiere sind auch bei hohen Temperaturen so lebhaft wie Hundedame Bona (links) und ihr Freund Boomer. Die beiden Vierbeiner sind unzertrennlich und wünschen sich daher ein Zuhause, in dem sie gemeinsam herumtollen können. 

Stendal. Nicht nur einmal kletterten die Temperaturen in den vergangenen Wochen weit über die 30 Grad-Grenze hinaus. Schweißperlen rinnen über die Stirn, jegliche Art von Bewegung wird schnell zur Herausforderung.

Kaninchenbock Eloy ist Menschen gegenüber aufgeschlossen.

Um uns eine Abkühlung zu verschaffen, kennen wir viele Methoden: Ventilatoren, ein leckeres Eis beim Café um die Ecke und ein nasses Handtuch im Nacken. Doch wer denkt da an all die Haustiere, die nicht minder unter der Hitze leiden? Antonia Freist, Chefin des Tierheims „Edith Vogel“ in Borstel, hat ein paar Tipps, wie die vierbeinigen Lieblinge die heiße Jahreszeit gut überstehen.

Katzenmann Kati (2) ist gerne an der frischen Luft.

„Es ist wichtig, dass die Tiere immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung haben“, erklärt Antonia Freist, die ihren eigenen Hund auch gerne mit zur Arbeit nimmt. „Dass Tiere bei der Hitze nicht im Auto zurückgelassen werden sollten, dürfte wohl den meisten klar sein“, so die Tierheimchefin. Gassirunden sollten an heißen Tagen auf die frühen Morgen- oder späteren Abendstunden verlegt werden. Das wird auch im Tierheim so gehandhabt, sobald Temperaturen von 25 Grad oder mehr erreicht werden. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, denn nur selten zeigen die Vierbeiner ihren Besitzern, wenn sie überhitzt sind, wie die AZ von Antonia Freist erfährt.

Im Gegensatz zu den Menschen können Katzen und Hunde nicht schwitzen, um sich abzukühlen. Lediglich an den Pfoten haben sie Schweißdrüsen, – Katzen auch an den Ohren – über die sie Wärme absondern. Hunde können überschüssige Hitze zudem durch „Hecheln“ abgeben. „Nach Möglichkeit sollten Gassi-Runden durch den Wald oder an einem Gewässer entlang führen, damit die Tiere nicht übermäßig mit Feinstaub belastet werden“, rät die Tierexpertin.

Vor direkter Sonneneinstrahlung sollten die Vierbeiner dringend geschützt werden. „Schatten spenden zum Beispiel Sonnenschirme oder Bäume. Auch ein kühler Untergrund ist von Vorteil“, so Freist. Denn „dass der Boden – besonders Asphalt – Wärme speichert, merken wir meist gar nicht. Antonia Freists Geheimtipp: „Ich habe meiner Hündin eine mit Gel gefüllte Kühlmatte gekauft, die nutzt sie wirklich oft.“ Auch eine Dusche unter dem Gartenschlauch kann eine gute Möglichkeit zur Erfrischung sein. Wie die Tierheimchefin berichtet, lieben es die beiden Hunde Bona und Boomer im Wasser zu tollen. „Doch nicht jeder Hund mag das Wasser“, darauf sollte Rücksicht genommen werden.

Die dreijährige Katzendame Rosanna ist total verschmust und genießt es im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen.

Trotz des Rekordsommers wirken die meisten Bewohner des Tierheims ziemlich lebhaft. Aktuell suchen neben „Rosanna“ und „Kati“ mehr als 50 Katzen und etwa 30 Hunde ein dauerhaftes und liebevolles Zuhause, berichtet Antonia Freist. Wer eines der Tiere adoptieren möchte, kann sich persönlich im Tierheim melden.

Von Charlotta Spöring

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