Verein wünscht sich mehr Geld und größere Einsicht der Landwirte

Imker zeigen den Stachel: „Viel zu viel Bürokratie“

Die Honigbiene kommt in weiten Teilen der Welt immer seltener vor. Nicht zuletzt Schadstoffe sollen schuld daran sein.

Stendal. „Wir müssen fleißig sein sowie ab und zu den Stachel ausfahren“, sagt Klemens Kutz und grinst spitzbübisch.

Dass es eine Frage zur Honigbiene in den Wahl-O-Mat, einen persönlichen Testlauf für den Urnengang in Sachsen-Anhalt am 13. März, geschafft hat, bedeute nicht, „dass die dramatische Lage wirklich erkannt worden ist“.

Der Vorsitzende des Imkervereins Stendal und Umgebung: „Es herrscht viel zu viel Bürokratie, die Förderung könnte großzügiger sein. Und die Landwirte glauben immer noch, dass sie mit mehr Pflanzenschutzmitteln mehr ernten. Ein Irrtum, denn das Zeug trifft auch Insekten. Und mit dem Tod der Biene fällt die Bestäubung der Pflanzen aus. Das muss jetzt in die Köpfe rein. “.

Immerhin: Vater Staat greift den Bienenzüchtern inzwischen unter die Arme. „Allerdings ist das Ganze mit reichlich Papierkram verbunden.“ Und allzu üppig sei die Unterstützung auch nicht. Schon eine kleine Honigschleuder koste schon einmal locker 1600 Euro, circa 900 Euro schießt die öffentliche Hand dazu. „Ein teures Hobby, das nicht jeder ausreichend wertschätzt. Dabei arbeiten die Bienen und wir doch für die Allgemeinheit.“ Gefördert werden auch ganze Vereine. Kutz will Vorführtechnik für interne Schulungen anschaffen und hat zudem bereits einen Inventarraum an der Lüderritzer Straße gefunden. „Wir müssen insgesamt einfach noch eine Schippe drauflegen, die Kräfte bündeln und die Jugend für die so wichtige Imkerei begeistern“, sagt der Stendaler, der fast auf den Tag genau seit einem Jahr den Verein anführt. [...]

Von Marco Hertzfeld

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