Sie hofft auf kompetente Ansprechpartner im Arbeitsamt

Imbissbetreiberin aus Stendal: „Ich stehe vor dem Aus“

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Auf ein schnelles Ende der Pandemie hoffen auch viele Kleinunternehmer. Mit dem Kontaktverbot steht auch Imbisswagenbetreiberin Annegret Lenz vor dem Aus. Ihr bisheriger Stammplatz war die Gneisenaustraße.

Stendal – Es ist auch außerhalb von Krisenzeiten ein Wagnis, sich als Kleinunternehmer selbstständig zu machen. Freischaffende sind oft die Verlierer in wirtschaftliche schwierigen Phasen.

So müssen verderbliche Waren bei laufenden Betriebskosten entsorgt werden und die Kasse bleibt leer.

Dieses Bild hat sich auch am Wochenende gezeigt, als die Parkplätze vor den großen Einrichtungsmärkten an der Gneisenaustraße gespenstisch leer waren. Aufgrund der Schließungsverordnung im Kampf gegen die Corona-Virus-Pandemie waren einige Unternehmen bereits komplett dicht, während andere noch geöffnet waren.

Annegret Lenz, seit vier Jahren selbstständig.

Schon seit vier Jahren an sechs Tagen in der Woche und ohne Urlaub steht Annegret Lenz mit ihrem Imbisswagen nahe des Eingangs eines Möbelgeschäfts. Großunternehmen könnten mit einem finanziellen Polster ihre Verluste abfedern, bei Annegret Lenz macht sich derweil aber große Existenzangst breit. Sie habe kein finanzielles Polster, aber die Kunden bleiben aus. Dies mache sich auch in der Kasse bemerkbar. Lenz sprach mit der AZ über ihre Sorgen.

Denn die Kleinstunternehmerin wisse jetzt nicht mehr weiter. Mit dem Inkrafttreten des Kontaktverbots stehe Lenz mit ihrem Imbiss vor dem Aus. Die bodenständige Frau wisse zwar, dass nicht jedem Kleinunternehmer geholfen werden könne, sie wünsche sich ab eindeutigere Angaben, an wen genau sie sich wenden könne. Im Falle des Arbeitsamts, und dieser Weg würde ihr in ihrer Lage nicht erspart bleiben, hoffe die Imbissbetreiberin auf einen kompetenten Ansprechpartner. Der solle nicht nur Dienst nach Vorschrift machen, sondern mal ein offenes Ohr für sie haben.

Und dann verliert Lenz für einen Moment die Fassung, entschuldigt sich und dreht sich weg. Mit feuchten Augen lässt sie ihren Gefühlen freien Lauf und spricht von ihren treuen Kunden. Diese würden zwar vorbei kommen, Kaffee trinken und Essen holen, es fehle aber Laufkundschaft. Mit einem Lächeln hofft die Kleinunternehmerin auf ein schnelles Ende der Pandemie und wünscht sich, dass sie und ihre Kunden die Krise gesund überstehen.

VON UTE KRUG

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