Sommertreffen des Interessenverbands der deutschen akademischen Fliegergruppen

Idaflieg in Borstel: Akademiker stellen Flieger auf die Probe

Ein Mann läuft neben einem Segeflugzeug her und hält es dabei an seinem Flügel fest.
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Projektleiter Jan Kleu stabilisiert die µ31 während des Startvorgangs.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Bereits zum dritten Mal findet die Idaflieg auf dem Flugplatz Stendal-Borstel statt. Die Akademiker um Präsidentin Katharina Diehn aus ganz Deutschland sind zu Gast, um ihre Prototypen, Serienflugzeuge und auch so einige besondere Unikate auf den Prüfstand zu stellen.

Borstel – Es kann fast schon von alten Bekannten gesprochen werden, die wieder zu Besuch sind: Die Idaflieg (Interessenverband der deutschen akademischen Fliegergruppen) ist seit Montag wieder auf dem Flugplatz in Borstel, um Prototypen, Technik aber auch „Standardflugzeuge“ zu testen. Bereits zum dritten Mal finden sich die Akademiker aus allen Teilen Deutschlands ein, um in der Altmark ihre Untersuchungen zu machen.

Felix Reinisch zeigt den besonderen Übergang von Rumpf in Tragflächen der µ31.

Nach der Ankunft war gestern dann der erste Tag, an dem auch geflogen wurde. Mit dabei die µ31, Mü31 gesprochen, der Akaflieg (Akademische Fliegergruppe) München. Interferenzen und Luftverwirbelungen sind ein Problem, mit dem alle Flugzeuge zu kämpfen haben. Jeweils zwei davon entstehen beidseitig über und unter den Flügeln, wo sie auf den Rumpf treffen. Die µ31 versucht, dieses Problem mit einer scheinbar simplen Änderung zu umgehen: Die Flügel sitzen besonders weit oben am Rumpf, sodass dort keine oder möglichst wenig Interferenzen entstehen. Das ist einfacher, als es klingt, erklärt Felix Reinisch von der Akaflieg München. Denn trotz dieser Anpassung muss weiterhin Platz für allerlei Technik bleiben.

Ziel des Experiments ist die Erhöhung der Gleitzahlpunkte. Diese beschreiben, wie viele Meter ein Flugzeug im Gleitflug pro Meter, den es sinkt, zurücklegt. Oder wie es Katharina Diehn, Präsidentin der Idaflieg, auch für Laien verständlich ausdrückt: „Wie geil das fliegt.“ Auch wenn Segelflugzeuge schon ziemlich optimiert seien, könne doch immer noch ein wenig mehr Leistung herausgekitzelt werden. Wichtig sei es dabei, nicht einen bestmöglichen Wert zu jagen, sondern auf der Gesamtleistung des Flugzeuges möglichst gute Werte zu erzielen, erklärt Diehn. So könne ein Flugzeug bei relativ geringen Geschwindigkeiten vielleicht das Beste sein, aber bei Höchstleistungen mit Turbulenzen zu kämpfen haben. Eine Eigenschaft, die gerade für Wettbewerbsflugzeuge nicht wünschenswert ist.

Idaflieg-Präsidentin Katharina Diehn begutachtet das Rekordflugzeug „Nimeta“.

Eine weitere Besonderheit des diesjährigen Idaflieg Sommertreffs ist eine Leihgabe des Ex-Segelflugweltmeisters Bruno Gantenbrink. Seine Spezialanfertigung, die Nimeta, ist mit 31 Metern Spannweite das größte Einpersonen-Segelflugzeug der Welt.

Mit einer Flügelspannweite von 31 Metern ist die „Nimeta“, eine Spezialanfertigung für den Ex-Segelflugweltmeister Bruno Gantenbrink, nicht nur einzigartig, sondern auch Weltrekordhalter: Ein größeres Einpersonen-Segelflugzeug gibt es nicht.

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