„Ich habe keine Worte“

Applaus für die Gewinnerin: Frederike Duggen (r.) erhält aus den Händen von Gudrun Wilke den Theaterpreis, der am Sonnabend zum nunmehr 9. Mal verliehen worden ist.

Stendal - Von Sabine Lindenau. Sie schaut ein wenig ungläubig. Ist aber überglücklich. Frederike Duggen hat am Sonnabend den Theaterpreis gewonnen. Sie hat die Jury – bestehend aus Mitgliedern des TdA-Fördervereins und Abonnenten – vor allem durch ihre emotionale Darstellung des Gretchens überzeugt.

„Ich habe keine Worte.“ Frederike Duggen ist am späten Samstagabend total überwältigt. Wenige Minuten zuvor ist der letzte Vorhang im „La Cage aux Folles“ gefallen. Ihr Kostüm der Anne hat sie noch an, als Gudrun Wilke die Laudatio hält. „Vielen Dank“, ruft sie glücklich durchs Mikrofon. Der Beifall will noch immer nicht verhallen. Vor und auch auf der Bühne. Als sich der Vohang nach ihrer Dankesrede schließt, kommen die Ensemble-Mitglieder auf die junge Schauspielerin zu, die seit Jahren durch ihre emotionale Darstellung besticht. „Meine Tochter“, wird sie von Bernd Marquardt, der zuvor im Musical ihren Vater gemimt hat, in den Arm genommen. Frederike Duggen muss mit den Tränen kämpfen. Ein weiterer emotionaler Moment ihrer Karriere am Theater der Altmark in Stendal.

Facettenreich, glaubhaft, verwandlungsfähig... Gudrun Wilke findet die passenden Worte, die Darstellungskraft der Preisträgerin zu formulieren. Das Vorstandsmitglied des Fördervereins des TdA schwärmt vor allem von ihrer Rolle in „Der nackte Wahnsinn“, aber auch in „Faust“, „Ajax“ und den vielen anderen Rollen, in denen Frederike Duggen brilliert hat. „Ich habe auch Glück gehabt mit den Rollen“, gibt sich die Schauspielerin hinter der Bühne bescheiden. Diese habe sie schon während der Intendanz von Markus Dietze bekommen, aber auch unter dem neuen Intendanten Dirk Löschner. Es komme immer auch auf die Kollegen an. „Das Ensemble ist toll“, schwärmt sie. Ihre Lieblingsrolle am Stendaler Haus sei im „Zerbrochnen Krug“ gewesen. Dort habe sie als Magd zwar nur einen Satz gehabt, aber auch in wenigen Worten hat sie sich ausdrücken können. „Und Gretchen“, fügt sie lächelnd hinzu, bevor sie sich endgültig in die Sommerpause verabschiedet.

Die erste Spielzeit unter Dirk Löschner ist nun vorbei. Doch er und Mitstreiter haben schon bald „Land in Sicht“. Bevor die Preisverleihung beginnt, lässt er es sich nicht nehmen, dem Publikum zu danken. Trotz des Wissens um ein vielschichtiges Ensemble und 21 Premieren in der „Tatmenschen“-Spielzeit sei die Angst da gewesen, wie die Zuschauer das Neue aufnehmen. Das große Interesse und die Begeisterung bei den Vorstellungen haben ihn glücklich gestimmt. „Bleiben Sie uns gewogen“, ruft er die Besucher auf und erinnert an den Beginn der neuen Spielzeit. Am Freitag, 27. August, gebe es wieder eine Ausnahmegenehmigung mit drei Premieren. „Dann heißt es wieder TdA – Täglich die Ausnahme.“

Und dann steht auch die neue Theaterpreisträgerin wieder auf der Bühne. Sie will während der Sommerpause neue Kraft schöpfen und dann gut erholt genauso facettenreich zurückkehren. Das Publikum darf gespannt sein.

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